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Gleichstellung bleibt das große Ziel

Veröffentlicht am 15.03.2016 in Presseecho

Frauentag: SPD-Landtagsabgeordnete Heberer hält Eröffnungsrede / Mannheimer Sängerin Joana und Saitenvirtuose Dörsam treten ebenfalls in der TG-Halle auf

LAUDENBACH. Etwas verspätet feierte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Laudenbach mit einem Konzert der Sängerin Joana den Internationalen Frauentag in der TG Sporthalle. Die AsF-Vorsitzende Ulrike Schweizer begrüßte die meist weiblichen Gäste und betonte gleich zu Beginn: „Die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Partei und der Gesellschaft ist unser Ziel. Deshalb feiern wir seit 18 Jahren eine kulturelle Veranstaltung zum Weltfrauentag.“ Schweizer bedankte sich bei allen Helfern und der TG. Vor allem jedoch galt ihr Dank der Landtagsabgeordneten Helen Heberer, die die Eröffnungsrede hielt.

 

Kampf dauert schon 100 Jahre

Heberer ist eine echte Mannheimerin. Sie ist nicht nur Abgeordnete des Landtags, sondern auch Mitglied des SPD-Landesvorstands. Als Frau, die sich schon immer für Gleichstellung eingesetzt hat, war sie genau die richtige Rednerin. Die Abgeordnete blickte in ihrer Ansprache zurück auf das Jahr 1911, in dem zum ersten Mal ein Frauentag in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA stattgefunden hatte. Obwohl die Frauen nun schon seit über 100 Jahren für die Gleichberechtigung kämpfen und diese auch im Grundgesetz verankert ist, gebe es heute noch keine wirkliche Gleichstellung. Heberer wies darauf hin, dass nicht mal jedes fünfte Mitglied des Landtags eine Frau sei und auch in leitenden Positionen immer noch Männer die Nase weit vorne haben. Heberer: „Zwar haben Mädchen in Sachen Bildung aufgeschlossen, aber auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich das nicht wieder, da Frauen im Schnitt immer noch weniger Gehalt für gleiche Arbeit beziehen.“ Sie betonte jedoch, dass die SPD dem entgegenwirken wolle. Das Wichtigste sei es jedoch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Um das alles durchzusetzen, sei es jedoch wichtig, dass Frauen und Männer sich in der SPD austauschen, Ideen diskutieren und eigene Projekte entwickeln, um ihre Anliegen bis in die Bundespartei und das Regierungsprogramm zu bringen. Die Landtagsabgeordnete lobte die AsF Laudenbach für ihre langjährige Arbeit, vor allem im Bereich der Flüchtlingsintegration und schloss mit einem Zitat des bekannten SPD-Politikers Carlo Schmid, der sagte: „Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt bloßer Zweckmäßigkeitserwägungen, wo man den Glauben hat, dass sie für die Würde des Menschen unverzichtbar ist. Wenn man den Mut zu diesem Glauben hat, muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie selbst umzubringen.“

 

Auch Kurpfälzisch geredet

Nach der hochemotionalen Rede der SPD-Politikerin, betrat eine Frau die Bühne, die sich selbst auch mit Politik und Gesellschaftskritik auseinandersetzt, jedoch nicht im Landtag, sondern in der Musik. Seit vier Jahrzehnten schreibe Joana ihre eigenen Lieder, die stets poetisch, aber trotzdem politisch sind. Bereits im vergangenen Jahr sollte die Mannheimer Künstlerin zusammen mit dem Saitenvirtuosen Adax Dörsam und dem Programm „Ich staune bloß“ bei der AsF Laudenbach auftreten, war jedoch aufgrund einer Grippe verhindert. Umso mehr freute sie sich, diesen Termin nun nachholen zu können. Ihr Programm hatte die Künstlerin ganz dem Frauentag angepasst und eröffnete den Abend mit dem Stück „Als Frau in dem Metier“, in dem sie die Musikbranche und die Reduzierung einer Frau auf ihr Aussehen kritisiert. Oft gelten Regeln wie: „Als Frau in dem Metier, brauchen Sie erst mal Dekolleté, und das Lieder verfassen schön den Männern überlassen.“ Joana bewies, dass sie sowohl im schönsten Hochdeutsch als auch in ihrer schääne Mudderschbrooch Kurpfälzisch singen kann. Für besonders viele Lacher, im größtenteils älteren Publikum, sorgte ihr „Reha-Lied“, dessen Inhalt durch verschiedene Krankenhausaufenthalte inspiriert worden war. Mit ihren Liedern wechselt sie von ironischen Titeln, in denen sie die verbreitete Handysucht verarbeitet, bis zu romantisch-traurigen, sehnsuchtsvoll besungenen „Seitenlangen Liewesbriefen“. Und sie trifft den Geschmack des Publikums: Bei dem herrlich ironisch-doppeldeutigen „Da muss ein Staubsauger ran“. „Ich staune bloß“, sang sie im Song über das Verrinnen der Zeit sowie über das Älterwerden, und da erkannte sich manch einer im Publikum wieder.

Joana besang nicht nur auf humorige Art Missgeschicke. Sie berichtete auch ganz offen von ihrem Unfall im November 2010, wo sie sich die rechte Hand und den linken Ellenbogen brach. „Ich kann mit der linken Hand noch nicht so auf die Saiten drücken wie Sie es gerne hören würden“, entschuldigt sie sich, dass sie noch immer ohne ihre Gitarre auftritt. Dafür hatte sie einen erstklassigen Musiker an ihrer Seite: Adax Dörsam. Von seinen rund 100 Saiteninstrumenten hatte er vier dabei, darunter eine Harfenzither, die er bei einem seiner zwei Soli vorstellte. Die Gäste waren begeistert von dem ausgefeilten Programm, das sie, auf ganze neue Art und Weise, zum Nachdenken, Lachen und dank Dörsam auch zum Staunen brachte. soe

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

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