Die Ganztagsschule Bohlsbach, benannt nach dem größten Sohn der Gemeinde, dem Naturphilosophen Lorenz Oken, hat Modellcharakter. Davon konnte sich jüngst die SPD-Gemeinderatsfraktion bei ihrem Besuch überzeugen. Die Begeisterung, mit der unter dem Motto „Gemeinsam lernen – gemeinsam leben“ in Offenburg „Schule gemacht wird“, war unverkennbar. Ortsvorsteher Schreiner war des Lobes voll.
Unter der Leitung von Rektorin Friederike Kerker werden im Stadtteil kreative Unterrichtsformen praktiziert und können „betreute Aktivitäten“ stattfinden. Während die Schüler/innen in der „Selbstlernzeit“ den Unterrichtstoff wiederholen und vertiefen, werden sie in der Mittagszeit vom sozialpädagogischen Team betreut. Dafür stehen Räume zur Verfügung, vom Spielzimmer, über die Turnhalle bis zu den Lese- und Rückzugsnischen.
Sehr gut kommen die freizeitorientierten Angebote unter dem Kürzel FRAG am Nachmittag an. Vereine und ehrenamtliche Jugendbegleiter bereichern das Schulleben. Tennis spielen, Einrad fahren, Flöten, Tonen, Backen u.a. wird geboten; und das ist nicht alles, was der Schule eine besondere Attraktivität verleiht. Sie wird zum Lebensraum, in dem sich ein soziales Miteinander über die Klassen und Alterstufen hinweg entwickelt. Die Schulleiterin berichtet: „Eltern kommen ins Haus, nehmen nicht ohne Stolz an den Präsentationen ihrer Kinder teil, unterstützen uns mit tollen Büffets“.
Als entscheidenden Gewinn dieses Schultyps sehen die Gemeinderäte es an, dass die Kinder umfassend gefördert werden und Freude an der Schule haben, ohne dass auf Forderung und Anstrengung verzichtet wird. Wenn Kinder auch bildungsferner Schichten von früh an ganztags die Kindertagesstätte und die Grundschule zu besuchen, besteht wirklich Chancengleichheit, so Jochen Ficht, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Seine Fraktion werde sich darum bald mit der vorschulischen Erziehung in Offenburg befassen und dazu wieder öffentlich einladen.