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Fessenheim wird abgeschaltet

Veröffentlicht am 29.06.2020 in Bundespolitik

Morgen ist es soweit - am 30.06.2020 wird auch der letzte verbleibende Reaktorblock des AKW Fessenheim vom Netz gehen. Damit wird das älteste französische Atomkraftwerk direkt an der deutschen Grenze endgültig abgeschaltet. Für die Menschen in unserer Region ist dies ein besonderer Tag der Freude.

 

Unser großer Dank geht an alle, die mit Leidenschaft, Herzblut und Ausdauer für die Abschaltung des AKW Fessenheim gekämpft haben!

Brief von Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB

Es ist die Zivilgesellschaft, die beispielweise bei den Montagsmahnwachen und andernorts kontinuierlich und über Jahre hinweg gegen die Atomkraft demonstriert haben. Großen Anteil hat vor allem hier auch der SPD-Ortsverein Breisach mit seinem Vorsitzenden Gustav Rosa, der mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern Montag für Montag bei Wind und Wetter ein Zeichen gegen das französische AKW in Fessenheim gesetzt hat. Davon konnte ich mich auch vor Ort überzeugen.

 

Auch im Bundesumweltministerium haben wir uns über viele Jahre für eine Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim eingesetzt. In zahlreichen bilateralen Gesprächen haben wir immer wieder für eine schnellstmögliche Abschaltung des AKW Fessenheim geworben. Die Atomkraft ist riskant und teuer und sie hinterlässt noch tausenden Generationen ungeheure Mengen radioaktiven Abfall. Ich bin davon überzeugt, dass die Stilllegung von Fessenheim auch unser Land sicherer macht. Als Bundesumweltministerium werden wir auch in Zukunft bei unseren europäischen Nachbarn für eine Abkehr von der Atomkraft werben. Das sage ich gerade auch mit Blick auf die schweizerischen Atomkraftwerke in unmittelbarer Nähe zur deutsch-schweizerischen Grenze wie z.B. Leibstadt und Beznau, dem ältesten AKW der Welt.

 

Wir alle wissen aber auch: Die Abschaltung ist nur das eine. Die Stilllegung wirft natürlich weitere Fragen auf. Wie wird sich die Region weiterentwickeln? Wie kann in enger grenzüberschreitender Zusammenarbeit der Strukturwandel in der Region nachhaltig gestaltet werden? Und vor allem: Wie werden die verbliebenen Brennelemente gelagert? Diese Fragen gilt es zu klären und ich werde dran bleiben und die Region dabei unterstützen.

 

Deutschland ist das erste Land weltweit, dass gleichzeitig aus der Atomkraft und der Kohle aussteigt. Darauf können wir stolz sein. Wir wissen: Unsere Zukunft sind die Erneuerbaren Energien! Insbesondere jetzt haben wir die Chance, den Weg aus der Corona-Krise zu verbinden mit der Wiederbelebung mit der Wirtschaft durch Umwelt- und Klimaschutz. Denn Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz gehören Ökonomen zufolge zu den wirksamsten Konjunkturimpulsen überhaupt. Mit der Abschaltung des AKW Fessenheim am letzten Tag vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und mit Blick auf den European Green Deal möchte ich mit Euch alles tun, damit die Region zu einer der nachhaltigsten Wirtschaftsregionen wird.

 

In diesem Sinne vorwärts! Herzliche Grüße

 

 

Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB

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