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Fasnetsmäntig

Veröffentlicht am 15.02.2010 in Wahlkreis

in Gottmadingen

Närrisches Volk zu Gottmadingen!

Eigentlich wollt ich mit Andi Jung wieder singen,
aber wir konnten kein Probenraum finden.
Jeder der uns letztes Jahr gehört,
sorgt sich um seinen Grundstückswert.

Drum steh ich hier also,
Friedrich Karl Franz Hecker,
vor Euch Gottmadinger Zecher.

Vor fast 200 Jahren geboren,
dereinst dazu auserkoren,
in Baden die Freiheit zu erkämpfen
und die Republik hier auszurufen.

Mir ist ganz recht heut hier zu sein,
Euch einzuschenken reinen Wein,
noch einmal klar zum sagen,
wie sich das damals zugetragen.

Zulange schon wird die Geschichte,
verfälscht und täglich umgedichtet.
Hört darum aus berufnem Munde,
denn Wahrheit ist die schönste Kunde.

Der Worte können wir genug uns sagen,
in Baden gilt es loszuschlagen!
Nur mir wurde der Boden langsam zu heiß,
drum flüchtete ich in die Schweiz.
Damals wie heute nahmen die jeden,
Fürsten, Demokraten, Hauptsache Moneten.

Als klar war, dass ich arm wie ein Maus,
warfen die mich gleich wieder raus.
Und so landete ich in finsterer Nacht,
auf Konstanzer Döbele, so viertel vor acht.

Da stand ich nun, mit meinen Getreuen,
in Konstanz, gleich nebem Hussenstein.
In düstrer Erwartung, was mag da kommen?
Habe ich nicht schon Schritte vernommen?

Wir zogen die Säbel, die Büchsen gespannt,
wer kommt da um die Ecke gerannt?
Seine Sporen auf dem Pflaster klingen,
ein Schmählied auf den Lippen hört man ihn singen.

Wer da? ruf ich - Feind, Erzfeind, Parteifreund?

„Ho Narro, ihr Mäschgerle“ so sprach der Mann,
und sah uns recht freundlich an.
Er trug ein Kleid von bunten Fetzen,
ein Hahnenkamm tat sein Kopf besetzen.
In einem Wort, er sah aus wie ein Huhn,
was soll ich bloß mit so einem tun?

So sprach ich: „Wißt Ihr nicht, wen ihr vor Euch habt?
Friedrich Hecker, Demokrat!“
„Und i“, antwortet er, „bin e Konstanzer Blätz,
was machet Ihr do fer Färz?“

Bringt mich schnell zum Rat der Stadt,
ich für ihn wichtge Kunde hab.

Der Rat, der sei schon abgesetzt,
das Rathaus hatten sie heute morgen besetzt.
In der Niederburg ströme das Volk zusammen,
dort sei ich bestimmt auch willkommen.

Ha, der Bürgermeister ist getürmt,
die niedere Burg vom Volk gestürmt!
Welch glückliche Fügung denk ich bei mir,
die Revolution ist schon vor mir hier.

In festlich geschmücktem Saal,
das ganze Volk versammelt war.
Mein geübtes Auge sah sofort,
revolutionäre Stimmung herrscht an diesem Ort.

Ritter, Marketenderinnen, städtische Schreiber,
Honoratioren und wilde Weiber,
saßen im Saal, all unter Waffen,
und taten auf die Bühne gaffen.

Dort auf der Bühne standen drei Mannen,
zwei Kisten und Quetschkommod an ihrem Ranzen.
Ja, ihr ahnt, auch diese drei,
waren damals schon dabei!
Und wahrscheinlich um das Volk zu erbauen,
taten die drei ganz schrecklich jaulen.

Mir war das gleich, denn mir war bewußt,
dass die Republik jetzt kommen muß.
Wenn war je soviel Anarchie,
solch eine Chance ergab sich noch nie.

All mein Streben, all mein Sehnen,
soll hier und heute in Erfüllung gehen?
Haha, laßt mich zum Volke sprechen,
die Republik zu Leben wecken.
Das ist der Ort, dies ist die Stunde,
Volke hört aus meinem Munde...

Kaum verschaffe ich mir das Wort,
trifft mich eine Faust an empfindlichen Ort!
Neben mir sagt ein Mann mit Barett,
„Du kummsch erscht nachem Männerballett.“

Was soll ich Euch sagen?
Der Abend war nur schwer zu ertragen
Da saßen revolutionsbereit,
hunderte, Mann neben Maid.

Und das Vorprogramm zu meiner Rede,
war beim besten Willen öde.
Ich muss gestehen, mir wurde nicht klar,
wohin ich dort geraten war.

Da saß ich nun, der große Hecker!

Stunden später endlich läßt,
man mich an des Saals Podest.

Jetzt gilts, die rechten Worte finden,
und die Republik begründen.
Volk von Konstanz, ruf ich laut,
damit alles nach mir schaut.

„Die Freiheit gilt es zu erringen,
die Reaktionäre zu bezwingen!“
Da halbe Saal fängt zu johlen an,
weil er Freiheit und Freibier schlecht unterscheiden kann.

„Die Monarchen uns zum Hungern zwingen.“
darauf lassen sich drei erstmal einen Wurstsalat bringen.
Ich muss gestehen, Ihr es vielleicht ahnt,
die Rede verlief nicht wie geplant.

Glaubt mir, ich hab alles versucht den Volkszorn zu entfachen,
aber das Volk im Saal wollte nur lachen.
Vor allem die Kapelle meine Rede verpfuscht,
weil sie mir dauernd dazwischen tuscht.

Egal was ich sag, es kommt sofort,
aus dem Saal ein Widerwort.

„Wir werfen die Konkubine aus des Fürsten Bett!“
- „Vielleicht findet ses dort aber ganz nett?“

„Die Freiheit möchte ich Euch bringen!“
- „Kennt Ihr den? Kummt der vu Singen?“

„Wir schlagen ab der Fürsten Köpfe!“
- „Vielleicht beruhigt er sich mit em Bürgertröpfle?“

Unten, eine Alte, hört nur auf einem Ohr,
aber reden kann sie nach wie vor.
Ich Rufe: „Wir machen aus dem Fürsten ein Zwerg!“
Brüllt sie: „Ja, der Zweier hält am Fürstenberg!“

Es wie verhext, mir will nicht gelingen,
die Massen hier zum Aufstand zu bringen.

Ich schimpfe, ich schreie,
pack sie an der Ehre,
lobe die Schönheit des schwäbischen Meere,
schildere die Kraft die in ihnen ruht,
gerät das Volk erst mal in Wut.

„Gemeinsam könnte es uns gelingen,
wenn alle mit nach Karlsruhe gingen!“
Selbst die Naturgewalten warten auf unseren Befehl,
Ja wenn der ganze Bodensee...
... ein einzges Weinfass wär.
gefüllt mit allerbestem Wein,
das ganze schwäbsche Meer.
In Konstanz müßt das Spuntloch sein,
i hau de Zapfe nei..
Und trinke, trinke immer zu, vom Bodensee den Wein...

Egal was ich gesagt,
das Volk macht lieber Fasenacht.
Aber wie ihr seht an Fasenacht,
mit diesem Volk keinen Staat man macht.

Zwar wurd ich verabschiedet mit großem Hallo,
dreifach klang das Ho Narro!
Am nächsten Morgen, die Wahrheit ist nicht nett,
blieben die Konstanzer lieber im Bett.

Und so wars eine kleine Schar,
die mit mir gekommen war.
Erst in Stockach wollten welche mit mir gehen,
kennt man die Stadt, so kann man‘s verstehen.

In Kandern, im Schwarzwald beim Morgengrauen,
konnten wir unseren Feind erschauen.
Es bedrängten uns mit aller Macht,
die Truppen der Vereinigten Schwäbische-Alemannischen Fasenacht.
Es siegte, wie seit Jahren zuvor,
auch diesmal der organisierte Humor.

Es scheiterte die badische Revolution,
in Wahrheit an der Fasnets-Session.
Beim nächsten Mal, des kann ich Singen,
bringen mich die Schweizer besser nach Gottmadingen.

Ho Narro!

Homepage Peter Friedrich

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