Zufallsfoto

Eltern und Schüler wollen zwischen 8 und 9 Jahren Gymnasium wählen

Veröffentlicht am 07.07.2009 in Landespolitik

"Die Landesregierung macht beim Zwangs-G 8 Politik gegen die Bürger", erklärte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Dies lasse sich jetzt eindeutig anhand einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest-Sozialforschung nachweisen. (Befragt wurden zwischen 20. April und 3. Mai rund 1000 repräsentativ ausgewählte, über 18 Jahre alte Wahlberechtigte in Baden-Württemberg.)

Schon nach einer Eltern-Befragung durch die SPD-Fraktion war die Ablehnung im vergangenen Jahr offensichtlich. Diese Sichtweise wird durch die Umfrage deutlich unterstrichen: Fünf Jahre nach Einführung des G 8 sehen 70 Prozent der Baden-Württemberger die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium von neun auf acht Jahre als falschen Schritt. Demgegenüber hat die Landesregierung lediglich 23 Prozent auf ihrer Seite. Selbst unter den eigenen Anhängern der Regierungsfraktionen ist die Ablehnung des G 8 groß: 61 Prozent der FDP-Anhänger sind dagegen und sogar 63 Prozent der CDU-Anhänger. Auch 69 Prozent der SPD-Anhänger lehnen das G 8 ab (siehe Grafik).

Gymnasialpolitik von Oettinger und Rau "auf ganzer Linie gescheitert"

"Damit ist klar: Die Gymnasialpolitik von Oettinger und Rau ist auf ganzer Linie gescheitert", sagte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Wenn die Bürger das Zwangs-G 8 nach den Erfahrungen der ersten fünf Jahre so stark ablehnten, mache das deutlich, dass die Landesregierung hier den völlig falschen Kurs verfolge. "Ihre Politik führte dazu, die Schüler deutlich zu überfordern und das Familienleben unnötig zu belasten", sagte Schmiedel.

SPD fordert Wahlfreiheit für Eltern

Das verkürzte Gymnasium jetzt wieder vollständig abzuschaffen, hält die SPD-Fraktion allerdings nicht für den richtigen Weg. Die Lösung müsse stattdessen sein, den Eltern die Wahl zu lassen: Wollen sie, dass ihre Kinder das Abitur nach acht oder nach neun Jahren ablegen? Dass das absolut notwendig wäre, zeige erneut die Umfrage. Eindeutiges Ergebnis: 70 Prozent aller Baden-Württemberg würden es begrüßen, wenn eine Wahlmöglichkeit zwischen G 8 und G 9 bestünde. Das demonstriere erneut, wie sehr die SPD-Politik in dieser Frage dem Wunsch der Bürger entspräche. Erneut folgen auch die Anhänger der anderen Parteien der SPD-Forderung: 61 Prozent der FDP- und sogar 64 Prozent der CDU-Anhänger würden eine solche Wahlfreiheit begrüßen. Bei der SPD stünden 71 Prozent der Anhänger dahinter (siehe Grafik).

CDU muss Farbe bekennen

"Die Landesregierung muss wenigstens diese Lösung zulassen, wenn sie schon das G 8 gegen die Mehrheit der Bürger eingeführt hat", sagte Schmiedel. Nur so lasse sich das Gymnasium wieder mit den berechtigten Wünschen von Eltern und Schülern versöhnen. "Wenn die Landesregierung sich weigert, diesen realisierbaren Wunsch umzusetzen, dann tritt sie die Meinung der Bürger mit Füßen", betonte der Fraktionschef. Ob Oettinger bereit sei, auf die Bürger zuzugehen, werde sich am Donnerstag im Landtag zeigen. Dann bringe die SPD den Wunsch des Gymnasiums aus Mosbach zur Abstimmung. Neben den Pädagogen haben sich drei von vier Müttern und Vätern in der Schule aus dem Neckar-Odenwald-Kreis für ein sogenanntes G 8-plus-Modell ausgesprochen. Damit soll es möglich sein, innerhalb des G 8 einen neunjährigen Zug aufzunehmen. Auch der Gemeinderat Mosbach hat den Schulversuch unterstützt - und zwar einstimmig. "CDU und FDP würden bei einer Ablehnung einmal mehr unterstreichen, dass sie lieber den Vorgaben des Kultusministers folgen als dem berechtigten Wunsch der Eltern", fügte Schmiedel hinzu.

Die Chancengleichheit spiele für die Landesregierung keine Rolle, erklärte der Fraktionschef. So hätten beim Zwangs-G 8 viele Schüler nur mit Unterstützung ihrer Eltern Erfolg. Diese Hilfe sei aber nur Müttern und Vätern möglich, die selbst nicht arbeiten müssten und daheim bleiben oder sich eine teure Nachhilfe leisten könnten - also eher wohlhabenden Familien. Damit sei das jetzige G 8 ein Mittel, den bisherigen sozialen Status der Gymnasiasten zu zementieren. "Es ist offensichtlich, dass ein Großteil der Bevölkerung die verkürzte Gymnasialzeit auch aus diesem Grund ablehnt", sagte Schmiedel.

SPD steht hinter den Eltern

Die SPD hält das G 8 auch angesichts des Umfrageergebnisses für einen zentralen Punkt der Schulpolitik. Die SPD werde deshalb nicht nachgeben, wenn die Landesregierung sich weigern sollte, eine Wahl zwischen G 8 und G 9 zu ermöglichen, sagte der Fraktionschef: "Wir werden stark darauf drängen, dass der Wille der Mehrheit in Baden-Württemberg respektiert wird", sagte der Fraktionschef.

Homepage Reinhold Gall MdL

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de