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"Eltern bestätigen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des G8"

Veröffentlicht am 16.12.2008 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 15. Dezember 2008

MdL Gunter Kaufmann (SPD) folgt Einladung der Elternbeiratsvorsitzenden des Goethe-Gymnasiums in Gaggenau

Der SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, sieht sich und die baden-württembergische SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag durch die Aussagen von Eltern und Lehrern des Goethe-Gymnasiums in Gaggenau in ihrer Ansicht bestärkt, dass das achtjährige Gymnasium mehr Unzufriedenheit als Zustimmung bei Eltern und Schülern findet, als dies von Regierungsseite und den CDU-Landtagsabgeordneten dargestellt wird.

Vor 35 Eltern und Lehrern stand Gunter Kaufmann in den Räumen des Gaggenauer Goethe-Gymnasiums Rede und Antwort zu den Ergebnissen der landesweiten G8-Umfrage, die von der SPD-Landtagsfraktion durchgeführt wurde. Insbesondere interessierte das Ergebnis der Befragung in den allgemein bildenden Gymnasien im hiesigen Landkreis und der Stadt Baden-Baden, da dieses von Seiten der CDU unlängst als "kein Thema mehr" bezeichnet wurde.

Bei der Aussprache unter der Leitung der Elternvertreterinnen Ursula Gerstner und Elke Krieg kam klar zum Ausdruck, dass für Eltern, die Kinder sowohl im G8 als auch im G9 haben, sich der neunjährige Zug als die eindeutig bessere Lösung darstellt. Insbesondere die zeitliche Straffung des Erlernens desselben Unterrichtsstoff in nur acht Jahren und der mangelnde Ausgleich durch sportliche, kulturelle oder anderweitige Freizeitaktivitäten würden die Kinder und Jugendliche extrem belasten.

Um dies zu entkrampfen, so die Forderung der Eltern, müsste im Rahmen des Ganztagsschulangebotes gewährleistet sein, dass die Hausaufgaben auch in der Schule mit entsprechenden Hilfestellungen erledigt werden können. Wenn die Kinder nach 16.00 Uhr nach Hause kommen, so die Mehrzahl der Eltern, müssen sie derzeit noch ihre Aufgaben machen, sich auf Klassenarbeiten vorbereiten und haben für andere Interessen keine Zeit mehr. Dies belaste nicht nur die Schülerm sondern auch uns Eltern, so die Elternvertreterin Ursula Gerstner.

Von Seiten der Lehrerschaft kam eine klare Aufforderung bezüglich des doppelten Mittlere Reife-Jahrgangs und des daran anschließenden doppelten Abiturjahrgangs an die Landesregierung: „Der Gesetzgeber habe G8 eingeführt und müsse nun die Weichen stellen, damit nicht ein ganzer Schülerjahrgang darunter leiden muss“. Diese Forderung basiert auf der Tatsache, dass durch das Zusammenkommen von zwei Mittlere Reife-Jahrgänge zum Ende des nächsten Schuljahres und das Ende von zwei Abiturjahrgängen drei Jahre später nahezu doppelt so viele Abgänge in die beruflichen Gymnasien bzw. in die Universitäten und Hochschulen strömen als bisher.

Für die hierfür erforderlichen Lehrkräfte, Dozenten, Studienplätze und Räumlichkeiten in den schulischen Einrichtungen und an den baden-württembergischen Universitäten sind bisher noch nicht die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Wenn hierfür keine Mittel zur Verfügung gestellt werden, stehen die Studierwilligen unter Umständen vor verschlossenen Türen, so der SPD-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit den keinesfalls zufriedenen Eltern und Lehrkräften.

Gunter Kaufmann machte die Teilnehmer des Gesprächs auch auf ein G8-Modell am Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach-Neckarelz aufmerksam. Dort wurde die Möglichkeit der Schaffung eines „G8 plus“-Zuges vorgeschlagen, der es ermöglicht, das Abitur nach neun Jahren abzulegen und gleichzeitig die Bildungsstandards des G8 zu erfüllen. Hierbei soll vor allem eine Entlastung der Schüler der Unterstufen erfolgen, ebenso eine Entzerrung zeitlicher Engpässe in den Klassen 7 bis 10. Auch soll dieses Modell die Durchlässigkeit von Realschule und Gymnasium in den ersten Klassenstufen gewährleisten. Leider habe die CDU/FDP-Landesregierung dem Schulversuch bislang keine Zustimmung erteilt, obwohl vor Ort alle Beteiligten sich für diesen Modellversuch ausgesprochen hätten, bedauert Gunter Kaufmann abschließend.

Homepage Gunter Kaufmann

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