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Einsatz für die Schwetzinger Notfallpraxis: Oftersheimer Hausarzt Weiß unterstützt Borns Unterschriftenaktion

Veröffentlicht am 13.11.2024 in Wahlkreis

Oftersheim/Schwetzingen. Die geplante Schließung der Notfallpraxis in Schwetzingen sorgt weiterhin für großen Unmut in der Bevölkerung. Dies zeigt sich auch an der beeindruckenden Resonanz der Unterschriftenaktion, die der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born zu ihrem Erhalt ins Leben gerufen hat. „Wir gehen auf die 9000 Unterschriften zu“, zeigt sich Landtagsvizepräsident Born sehr zufrieden. Die überparteiliche Aktion hat die anfänglichen Erwartungen weit übertroffen und vereint engagierte Bürger, Gesundheitsexperten und politisch Aktive.

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Die weitreichende Bedeutung der Schwetzinger Notfalleinrichtung für die regionale Gesundheitsversorgung war auch das Thema beim Besuch des Oftersheimer Hausarztes Frank Weiß im Wahlkreisbüro des SPD-Politikers in Hockenheim. Weiß, der die Freien Wähler im Oftersheimer Gemeinderat vertritt und darüber hinaus Kreisrat und Mitglied des Kreistages des Rhein-Neckar-Kreises ist, unterstützt Borns Kampagne gegen die Schließungspläne der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). Wie Initiator Born setzt sich der Allgemeinmediziner, der in Oftersheim eine Hausarztpraxis führt, mit Nachdruck für den Erhalt der Notfallpraxis ein.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat Pläne zur Umstrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes vorgelegt, die ab dem 1. April kommenden Jahres umgesetzt werden sollen. Die Notwendigkeit für die Planungen begründet sie unter anderem damit, dass eine große Ruhestandswelle bevorstehe, wenn die Generation der Babyboomer aus der Versorgung ausscheide. In vielen Fällen sei die Nachfolge nicht gesichert. Außerdem arbeiteten zunehmend Ärzte und Ärztinnen in Teilzeit.

Die Entscheidung der KVBW, die Schwetzinger Notfallpraxis schließen zu wollen, wird von vielen Seiten scharf kritisiert. Auch für Weiß, der regelmäßig für Dienste in der Notfallpraxis eingeplant ist, ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. „Wir sind in Schwetzingen gut organisiert. Das Gros der Kollegen und Kolleginnen, die in der Notfallpraxis ihren Dienst leisten, ist zufrieden und möchte das Modell gerne aufrechterhalten“, so seine Einschätzung.

Für Schwetzingen lassen sich die Schließungspläne kaum mit einem Mangel begründen – weder an Ärzten noch an Patienten. Die hiesige Notfallpraxis ist seit Jahren vorbildlich ausgelastet und die aktuellen Patientenzahlen bestätigen die ungebrochene Nachfrage. „Die KVBW hat offensichtlich die Nähe zu den Notfallpraxen in Mannheim und Heidelberg als ausreichende Alternative bewertet. Eindeutig ein Trugschluss“, so der Schwetzinger Abgeordnete. „Die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes und Mitarbeitende der Notfallambulanz haben sich nicht umsonst an der Unterschriftenaktion beteiligt. Dort teilt man die Einschätzung, dass die KVBW-Pläne vollständig an der Realität der Menschen vorbeigehen.“ Auch Hausarzt Weiß gibt dem Schwetzinger Abgeordneten recht: „Die Schließungspläne verkennen die Lage, vor allem für ältere Patienten. Es ist unrealistisch, dass kranke Senioren, die selbst nicht mit dem Auto fahren können, in einer Notlage den Weg zur Notfallpraxis in Mannheim bewerkstelligen können.“ Seine Befürchtung: „Es wird Patienten geben, die Schaden nehmen.“

Weiß teilt wie die Rettungskräfte und Klinikmitarbeitenden die Sorge, dass die Schließung der Notfallpraxis in Schwetzingen zu einer erheblichen Mehrbelastung für den Rettungsdienst und die Notfallambulanz der GRN-Klinik in Schwetzingen führen wird. „Patienten, für die die Notfallpraxis die richtige Anlaufstelle wäre, werden die Notaufnahme füllen. Das bindet nicht nur wichtige Ressourcen im Rettungsdienst, sondern wird auch die Kapazität der Notfallambulanz überlasten, mit der die Zusammenarbeit im bisherigen Modell sehr gut klappt.“

Auch beim Blick auf das Land tauge das Argument vom Ärztemangel nicht, zeigt Born auf: „Die Zahl der Hausärzte in Baden-Württemberg ist in den letzten fünf Jahren von 7.088 auf 7.017 zurückgegangen. Dafür ist aber die Anzahl der sonstigen zugelassenen und angestellten KV-Mitglieder im selben Zeitraum von 13.649 auf 14.848 gestiegen. Auch diese Ärzte sind zum kassenärztlichen Notdienst verpflichtet. Für den Notdienst stehen somit mehr Ärzte zur Verfügung.“

Im Schnitt müssen Ärzte sechs bis acht Notdienste im Jahr übernehmen. Für die Ärzte, die keinen Dienst übernehmen möchten, besteht die Möglichkeit, an Kollegen abzugeben, die dafür ein Honorar erhalten.

Unter anderem möchte die KVBW auch auf den Ausbau der Telemedizin setzen. Digitale Angebote sollen zukünftig Lösungen ohne persönlichen Arztbesuch bereitstellen. „Auch das fern der Realität und kontraproduktiv für eine inklusive Gesellschaft“, kritisiert SPD-Politiker Born: „Für betagte Patienten werden zusätzliche Hürden aufgebaut. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu digitalen Geräten oder fühlen sich damit überfordert. Statt persönlicher, vertrauensvolle Beratung im direkten Gespräch werden sie auf Technik verwiesen, die für sie schwer zu handhaben ist. Wenn die Notfallpraxis geschlossen wird, lassen wir gerade ältere Menschen allein mit ihren Sorgen.“

Deshalb ist Born, der den Wahlkreis seit 2016 im Landtag vertritt, entschlossen, die erfolgreiche Unterschriftenaktion fortzuführen. „Wir kämpfen weiter. Die beeindruckende Beteiligung ist ein starkes Signal aus der Region. Die KVBW sagt, sie wird unsere Notfallpraxis nicht vor dem 1. April 2025 schließen. Das heißt für uns: Wir setzen uns bis zum 31. März 23.59 Uhr mit Optimismus und Respekt für ihren Erhalt ein“, definiert der stellvertretende Landtagspräsident sein Ziel.

Neben zahlreichen weiteren Stellen kann man auf Borns Homepage unter www.daniel-born.de, in seinem Wahlkreisbüro in der Schwetzinger Str. 10 in Hockenheim und in der Oftersheimer Hausarztpraxis von Frank Weiß (Mannheimer Str. 89) unterschreiben.

Homepage Daniel Born

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