Bericht der BNN Ettlingen vom 4. Juni 2011
Wie geht es konkret mit dem Schulsystem weiter?
Kultusstaatssekretär Frank Mentrup (SPD) und Renate Rastätter beim Ettlinger Gesamtelternbeirat
Bericht der BNN Ettlingen vom 4. Juni 2011
Wie geht es konkret mit dem Schulsystem weiter?
Kultusstaatssekretär Frank Mentrup (SPD) und Renate Rastätter beim Ettlinger Gesamtelternbeirat
Ettlingen (kdm). Wird es in Zukunft eine „schöne neue Schulwelt“ in Baden-Württemberg geben? Eine „bessere Bildung für alle“ verspricht die grün-rote Koalition. Die Schüler sollen mehr im Mittelpunkt stehen. Das G-8-Abitur steht auf dem Prüfstand. Schulsozialarbeit will man flächendeckend einführen. Die Ganztagsschule soll zur Regelschule werden. Und am Ende, auch das ist eine Kernaussage grün-roter Bildungspolitik, sollen bewährte Schulsysteme keinesfalls zerschlagen werden. Die Botschaften, die da Frank Mentrup (SPD), Staatssekretär im Kultusministerium, und die vormalige grüne Landtagsabgeordnete Renate Rastätter bei der Sitzung des Ettlinger Gesamtelternbeirates kundtaten, stießen bei den meisten Elternvertretern – wenigstens in der Theorie – auf offene Ohren. Spannend wird es bei der Umsetzung der vielen Zielvorgaben. Und genau das, eben wie es ganz konkret mit dem Schulsystem weitergeht, interessierte die Eltern, besonders mit Blick auf ihre eigenen Kinder, am meisten.
Stichwort G-8 / G-9: Die Inhalte der Bildungspläne fürs G-8-Abitur sollen laut dem Kultusministerium anders über die Jahre verteilt werden, auch mit dem Ziel, die Unter- und Mittelstufe zu entlasten. „Wir wollen nicht reduzieren, sondern die Inhalte (zeitlich) anders verteilen“, so Mentrup.
Derzeit spricht vieles dafür, dass Grün-Rot die Möglichkeit von G-8- und G-9-Zügen an einer Schule zulässt. Das müsse allerdings als Schulversuch beantragt werden, erklärte der SPD-Mann. In diesem Falle muss bei der endgültigen Entscheidung darüber die betroffene Gemeinde/Stadt als Schulträger mit ins Boot. Warum werde das ungeliebte G-8-Abitur nicht gleich abgeschafft, wollten die Eltern wissen. Dafür gebe es keine politische Mehrheit, befand Mentrup. Stichwort Grundschulempfehlung: Ohne eine verpflichtende Grundschulempfehlung, folgerte eine Elternbeirätin, werde sich in absehbarer Zeit die Hauptschule ganz erübrigen, da dann die Eltern ihre Kinder auf die Realschule oder aufs Gymnasium schicken würden. Davon geht Renate Rastätter nicht aus und berief sich dabei auf die Erfahrungen anderer Bundesländer: „Die Anmeldezahlen werden zurückgehen, aber nicht auf Null fallen.“
Gemäß Koalitionsvertrag soll die „verbindlichen Grundschulempfehlung“ durch eine „qualifizierte Beratung der Eltern“ ersetzt werden. Stichwort Werkrealschule: Die Werkrealschulen neueren Typs, die vor wenigen Jahren von der schwarz-gelben Koalition eingeführt wurde, steht vor dem Aus. Und was bedeutet das für die heutigen Werkrealschüler? Bis zur (Wieder-)Einführung der Hauptschule und Werkrealschule früheren Typs ändert sich für die Schüler nichts. Ziel sei es, erklärte Mentrup, allen Hauptschülern ein zehntes Schuljahr zu ermöglichen.
Stichwort Gemeinschaftsschulen: Dieser neue Schultyp – zunächst auch als Modellschule vorgesehen – soll laut Mentrup und Rastätter nur auf Wunsch (von Kommunen) angeboten werden. In einer Gemeinschaftsschule sollen die Schüler/innen gemeinsam „auf unterschiedlichsten Bildungsniveaus“ lernen. Dass die Elternbeiräte, und nicht nur die, in den kommenden Monaten der neuen Landesregierung genau auf die Finger schauen werden, wurde im Verlauf der Gesamtelternbeiratssitzung deutlich. Zudem, betonte Christian Bucksch, Vorsitzender des Landeselternbeirates, wollten die Eltern künftig mehr vom Kultusministerium gehört und in die Entscheidungen stärker miteinbezogen werden.
Homepage Dr. Frank Mentrup MdL
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(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
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