Zufallsfoto

Diskussionsveranstaltung mit Ties Rabe: Was kann Baden-Württemberg von Hamburg lernen?

Veröffentlicht am 21.03.2025 in Pressemitteilungen

Unter dieser Leitfrage hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei den ehemaligen Hamburger Bildungssenator Ties Rabe nach Mannheim ins digitale TUMO-Lernzentrum eingeladen. Ties Rabe war selbst als Lehrer tätig bevor er 2011 das Hamburger Kultusministerium übernahm – er kennt den Schulbetrieb sehr gut von beiden Seiten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil seine Frau langjährige Leiterin einer Grundschule in Schleswig-Holstein war. So hörte er abends am Küchentisch von den Problemen aus der Praxis – vielleicht einer der Gründe, warum sein Politikstil immer lösungsorientiert war, auch über Parteigrenzen hinweg. Ein wichtiger Baustein für die weitreichenden Reformen in der Hamburger Bildungspolitik war der sogenannte „Schulfrieden“, zu dem sich alle Parteien im Senat bekannten. Ein ähnliches Unterfangen scheiterte letztes Jahr in Baden-Württemberg. Wichtige Reformschritte blieben aus.

Rabe führte in seinem fundierten Vortrag aus, dass deutsche Schülerinnen und Schüler nach den letzten PISA-Studien aktuell schlechter abschneiden als damals vor 20 Jahren, als nach der allerersten Studie der große „PISA-Schock“ herrschte. Einer der Gründe dafür seien die langen Schulschließungen während Corona gewesen. Dies sei ein klarer Beleg dafür, dass das Lernen im Unterricht an der Schule besonders wichtig ist. Aus diesem Grund ist sein Ansatz bei den Hamburger Reformen gewesen, den Fokus auf die Stärkung des Kernunterrichts zu legen. Deshalb hat Rabe die Zahl der Unterrichtsstunden erhöht, den Unterrichtsausfall verringert und für alle Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen kostenlose Förderstunden eingeführt. Eine weitere wichtige Maßnahme war das verpflichtende tägliche Lesetraining an den Grundschulen. Rabe holte damit das Üben vom Elternhaus zurück in die Schule. Seit kurzem wird dies in den Schulen in Baden-Württemberg ebenfalls wieder gemacht.

Ein großes Rad, das Rabe darüber hinaus drehte, war die Einführung des Zwei-Säulen-Modells. Neben dem Gymnasium gibt es in Hamburg nur noch eine weitere Schulform, die Stadtteilschulen, die alle Schulabschlüsse anbieten und genauso zum Abitur führen, berichtete der Bildungsexperte. „Diesen Ansatz verfolgt auch die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg,“ so der bildungspolitische Sprecher Fulst-Blei. „Denn durch die aktuelle Schulreform leiden nun vor allem die Werkrealschulen, die jetzt keinen Abschluss mehr außer den Hauptschulabschluss anbieten können.“

Das interessierte Publikum, darunter der ehemalige Oberbürgermeister Peter Kurz, nutzte die Chance, um dem Bildungsprofi aus dem Norden eigene Fragen zu stellen. Wie man die Qualität des Ganztagesangebots sichern kann, ob moderne Unterrichtskonzepte mit Lernbegleitern sinnvoll seien oder warum sich in der Bildungspolitik trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse oft so wenig tut – hier zeigte sich, dass Bildung ein weites Feld und Rabe auch nach seiner Amtszeit noch ein versierter Experte ist. Bleibt zu hoffen, dass das Kultusministerium sich bei weiteren Reformen weiterhin am Aufsteiger Hamburg orientiert, wie es dies beim neuen Sprachfit-Programm bereits getan hat.

Bildunterschrift: Dr. Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, diskutiert mit Ties Rabe, dem ehemaligen Hamburger Bildungssenator im TUMO-Lernzentrum in Mannheim.
Fotoquelle: Büro Fulst-Blei

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de