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Die Freitagspost: Wie soll Frieden gelingen, wenn ohne die Ukraine verhandelt wird?

Veröffentlicht am 15.08.2025 in Woche für Woche

Es gehört mit zu den Eigentümlichkeiten meiner Generation, dass wir schon als Kinder das Wort „Bruttosozialprodukt“ aussprechen konnten. Und das lag weniger an einem (zu frühen) volkswirtschaftlichen Interesse, als vielmehr an einem Neue-Deutsche-Welle-Schlager und vor allem daran, dass die Band einen abstürzenden Plüsch-Geier auf der Bühne hatte.

Ich dachte immer, dass „Geier Sturzflug“ ein sogenanntes One-Hit-Wonder war. Erst im April dieses Jahres hatte mir eine Leserin der Freitagspost den Text des zweiten Hits der Band geschickt: „Besuchen Sie Europa – so lange es noch steht“. In diese vier Minuten sind alle die Sorgen des Jahres 1984 vor einem Atomkrieg auf europäischem Boden gepackt.

Warum habe ich diesen Text im April geschickt bekommen? Weil ich am Ende der Nominierung zur Landtagswahl am 29. März in Ketsch gesagt hatte: „Und das Wichtigste sind die Kinder. Und lasst uns alle zusammen handeln, zusammenstehen und zusammen dafür sorgen, dass jedes Kind alle Chancen hat, dass jedes Kind weiß, dass es richtig ist, genau so, wie es ist. Dass kein Kind Angst haben muss. Und vor allem: Dass die Kinder Baden-Württembergs in Frieden leben können und niemals in einen Krieg ziehen müssen.“

Ich hätte über viele Jahre meines politischen Engagements nie gedacht, dass ich einmal so formulieren würde. Aber man kann es im Jahr 2025 nicht anders formulieren. In Europa herrscht wieder Krieg – und das angreifende Land ist eine Atommacht.

Blicke ich also heute mit der Hoffnung nach Alaska, dass Frieden möglich ist? Ja, denn wir dürfen die Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben. Habe ich den Eindruck, dass dies so gelingen kann? Eher weniger: Denn wie soll Frieden gelingen, wenn ohne die Ukraine verhandelt wird? Wenn ein Möchtegern-Diktator Trump mit einem Diktator Putin spricht? Wenn gleichzeitig weiter Russland ukrainische Städte beschießt?

84 % der Deutschen glauben laut ZDF-Politbarometer, dass das Treffen nicht mehr Frieden bringen wird. Ich spüre, dass ich zu den 84 % gehöre.

Gleichzeitig wünsche ich mir nichts mehr, als dass dieser grausame Krieg zu Ende geht. Als ich vor zwei Jahren in der Ukraine war, habe ich die große Tapferkeit der Menschen, aber auch das unfassbare Leid vor Ort kennengelernt. Gerade auch das Leid der Familien und der Kinder. Die Menschen sehnen sich nach Frieden in einer freien und selbstbestimmten Ukraine. Diese Sehnsucht ist ein starkes Band zwischen uns in Deutschland und der Ukraine.

Wie gehen wir jetzt damit um als Demokratinnen und Demokraten, die wir ja unsere Gegenwart gestalten wollen und nicht nur Publikum sind?

Da hilft uns allein die düstere Satire eines NDW-Schlagers („Dann ist alles längst zu spät. Dann ist, wenn schon nichts mehr geht. Besuchen Sie Europa solange es noch steht“). Und auch allein die Hoffnung, die Sehnsucht und auch das Mitleid nicht.

Aber in uns als Demokratinnen und Demokraten sitzt eine Fähigkeit, die uns in dieser Zeit helfen kann: Verantwortung. Wir sind bereit verantwortlich zu handeln.

Welche Antworten wir geben bei der Geflüchtetenaufnahme, den Rüstungsausgaben, den Waffenlieferungen und den internationalen Beziehungen – dafür sind wir verantwortlich. Als Gesellschaft. Aber auch jede und jeder Einzelne im Gespräch, in Social Media und im politischen Engagement. Wie schnell man mal über eine Gebietsabtretung oder einen eingefrorenen Konflikt, über eine Leistungskürzung oder eine Wehrpflicht spricht, auch das liegt in unserer Verantwortung.

Es liegt in unserer Verantwortung dieses Land in dieser Zeit so zu gestalten, dass die Demokratie stark bleibt und wir gute Politik für alle machen.

Und das ist der Grund, warum ich auch viereinhalb Monate nach der Nominierungsversammlung wieder denselben Satz am Schluss sagen würde: „Und das Wichtigste sind die Kinder. Und lasst uns alle zusammen handeln, zusammenstehen und zusammen dafür sorgen, dass jedes Kind alle Chancen hat, dass jedes Kind weiß, dass es richtig ist, genau so wie es ist. Dass kein Kind Angst haben muss. Und vor allem: Dass die Kinder Baden-Württembergs in Frieden leben können und niemals in einen Krieg ziehen müssen.“

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Bei unserem Kurpfalz-Horizont „Olympische Träume“ wurde es vereinbart, jetzt eingehalten. Diese Woche fand mein Box-Training im Olympia-Stützpunkt Heidelberg statt. Ich bin immer wieder beeindruckt, was hier geleistet wird. Mein Box-Training bestand aus Aufwärmen, Beinarbeit, Schlagtechnik – und dann ging es in den Ring.

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