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Die Freitagspost: Wie geht es weiter in Afghanistan?

Veröffentlicht am 27.08.2021 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost berichtet Daniel über ein Gespräch mit einer 12-Jährigen über Afghanistan und fordert, dass das Scheitern des Einsatzes in den Parlamenten aufgearbeitet werden muss.

Irgendwann werden wir kommenden Generationen erklären müssen, was wir uns in Afghanistan gedacht haben. Ich war gestern schon in der Situation – bei den bohrenden Fragen einer 12-Jährigen.

Ich werde nie die Gespräche mit Soldaten vergessen, die im Afghanistan-Einsatz waren. Die so viel Leid und Not erlebt haben – und das Aufblitzen von etwas Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit. Ich werde auch nie das lange Gespräch mit einer Freundin, die Delegierte bei der Petersbergkonferenz war, vergessen. Die Hoffnung darauf eine Zukunft für Afghanistan mit Menschenrechten und Frieden zu schaffen.

Diese Erinnerungen helfen mir bei den Fragen einer 12-Jährigen nicht weiter: Was passiert JETZT mit den Familien und den Frauen? Wie geht es den 59 Familien aus unserem Land, deren Söhne in Afghanistan gefallen sind, jetzt? Und warum bleiben so viele Menschen am Flughafen zurück, obwohl WIR versprochen hatten, dass sie sich auf UNS verlassen können? Und die schlimmste Frage: Wer hilft jetzt den Menschen?

Vielleicht sitzt mir die Antwort auf meine Fragen gerade auch gegenüber. 2001 nach dem Terroranschlag auf New York und Washington stand eine Welt im Raum, in der mit immer besseren technischen Mitteln der Westen Terroristen dann jagen kann, wenn sie ihn angreifen oder bedrohen, und der „Rest“ der Welt eben diesen Terroristen überlassen wird.

Der Afghanistan-Einsatz war das Bild von einer anderen Welt. In der Menschenrechte Rechte aller Menschen sind. In dem jedes 12-jährige Mädchen, egal wo es geboren wurde, alle Fragen stellen darf und nach allen Zielen streben darf. In der Frieden nicht bedeutet, unter der Knute der gerade stärksten Miliz zu schweigen, sondern im demokratischen Disput die Mehrheit zu finden.

Wir sind in Afghanistan gescheitert. Die Menschen in Afghanistan werden dafür einen entsetzlich hohen Preis bezahlen. Wir werden unser Scheitern aufarbeiten müssen: Im Gespräch miteinander und auch und gerade in unseren Parlamenten mit ihren umfangreichen Untersuchungs- und Anfragemöglichkeiten.

Wir müssen daraus Schlüsse und Konsequenzen ziehen. Aber wir sollten dabei nicht zum hartherzigen und falschen Schluss kommen, dass Menschenrechte nur für einen Teil der Menschheit da sind.

Foto der Woche: Grußworte gehören zu meiner Arbeit als Vizepräsident des Landtags. Am Mittwoch hat mich die Scheckübergabe aber auch persönlich besonders berührt: Die Bundesbiker*innen hatten für Ambulante Hilfe e.V. gesammelt. Dieser Verein berät und fördert obdachlose Menschen – aber er baut auch selbst Wohnungen und wird so ganz konkret aktiv. Das von ihm gegründete Café72 ist mittlerweile ein Ort der Teilhabe und Selbsthilfe und rundet dieses basisdemokratische Hilfsangebot ab.

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

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Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

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