
Der Tag der Arbeit beschert in diesem Jahr vielen von uns ein sehr langes – und zudem noch sonniges – Wochenende.
Der 1. Mai steht für mich vor allem für den Wert der Solidarität. Denn es ist doch so: Zwischen der oder dem einzelnen Beschäftigten und dem Unternehmen besteht immer ein Ungleichverhältnis, wenn es um Macht und Ressourcen geht. Es stehen eben nicht alle Räder still, wenn es nur ein einziger Arm so will.
Wenn man sich aber zusammenschließt, Schulter an Schulter steht und seine Forderungen klar macht, dann wird dieses Ungleichverhältnis aufgebrochen und es gibt Augenhöhe. Das ist die Idee von Gewerkschaften – und darum bin ich sehr stolz darauf, Gewerkschaftsmitglied zu sein. Und mache immer wieder Werbung, gerade auch bei Azubis, in die Gewerkschaft einzutreten.
Mit dieser Solidarität zwischen den Arbeitnehmer*innen ist viel erreicht worden. Ich erwähne nur das Streikrecht, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder auch die Mitbestimmung. Und doch ist noch vieles zu tun und immer wieder auch gegenzuhalten, wenn historische Errungenschaften in Frage gestellt werden.
Der Wert der Solidarität wird von den Gewerkschaften so konsequent gelebt, dass sie auch einen ganz wichtigen Verein gegründet haben, in dem ich ebenfalls seit vielen Jahren Mitglied bin: Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Rassismus e.V.
Wir Mitglieder in diesem Verein machen mit der gelben Stopp-Hand deutlich: „Solidarität heißt: Hier ist kein Platz für Rassismus.“ Dieses Land ist gemeinsam aufgebaut worden von Menschen, die Müller oder Maier, Yilmaz oder Pérez, Schmidt oder Bianchi heißen. Und wer uns hier spalten will, der trifft auf unseren solidarischen Widerstand.
Auch dies ist gestern einmal mehr lautstark deutlich gemacht worden. In Weinheim wollten die Nazis der Ex-NPD eine Demo machen. Stattdessen hat das Bündnis „Weinheim bliebt bunt“ deutlich gezeigt: Unsere Solidarität ist stärker als der rechte Hass. Tausende Menschen haben sich am Bahnhof getroffen und gemeinsam unsere Vielfalt und Demokratie gefeiert. In meiner Rede dort habe ich gesagt: „Mensch zu sein ist Privileg und Pflicht. Auch das feiern wir am 1. Mai! An diesem Tag, wo wir uns daran erinnern, was jede und jeder von uns leisten kann, was wir gemeinsam erkämpfen können, was wir gemeinsam verteidigen müssen. Wenn an diesem Tag die Nazis, die jede Menschlichkeit mit Füßen treten, die Straßen mit ihrem Hass bestücken wollen, dann gilt für uns: Kein Fußbreit den Rechten. Wir antworten mit Vielfalt, Solidarität und Demokratie.“
Foto der Woche
Ich wollte in der 1.-Mai-Woche unbedingt eine Veranstaltung rund um das Thema Arbeit anbieten. Wir haben einen spannenden Schwerpunkt zu den Herausforderungen, die junge Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben, gesetzt. Vielen Dank an Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert, die Vereinbarkeitsexpertin Sarah Schlösser, Corinna Schneider von der Kontaktstelle Frau und Beruf sowie Daniel Hartig von der IHK für die interessante Diskussion. Und danke auch an Anja Wilhelmi-Rapp für die tolle Diskussionsleitung und an die SPD Oftersheim für die schöne Kooperation.
