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Die Freitagspost: LSBTTIQ-Rechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind LSBTTIQ-Rechte

Veröffentlicht am 25.06.2021 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel über das Fußballspiel am Mittwoch und den Streit mit der UEFA. LSBTTIQ-Rechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind LSBTTIQ-Rechte: Dieser Satz gilt.

Wenn sich die anderen nicht benehmen können, antworten wir mit Anstand. Ich gebe zu: Der Satz klingt im Deutschen nicht wirklich cool. Michelle Obama hat diesen Satz geprägt und nur in der englischen Sprache entfaltet er seine ganze Kraft, Würde und Souveränität: „When they go low, we go high.“

Aber vorgestern ist in Deutschland dieser Satz zu einer Geste verwandelt worden. Der Streit mit der UEFA um die Regenbogenbeleuchtung der Allianz-Arena hat gezeigt, wie stark und gefestigt die Vielfalt in unserem Land ist. Aber nicht nur das. Natürlich haben wir alle mit dem Regebogen auch ein Zeichen gegenüber der ungarischen Regierung gesetzt. Von dieser Regierung ist ein Gesetz durchgepeitscht worden, dass die Mitglieder der LSBTTIQ-Gemeinschaft diskriminiert und nichts anderes als einen psychischen Gewaltakt gegenüber schwulen, lesbischen und transsexuellen Jugendlichen darstellt.

Ist das Besserwisserei? So wurde das teilweise von wenigen auf meinen Social-Media-Seiten kommentiert. Nein, ist es nicht. LSBTTIQ-Rechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind LSBTTIQ-Rechte. Und das bedeutet: Sie gelten weltweit. Und überhaupt: Was wären wir für ein Land, wenn wir uns nur daran erfreuen, dass wir Vielfalt leben und uns gleichzeitig Solidarität völlig egal ist?

Wir können aus guten Gründen alle zusammen stolz darauf sein, dass wir gemeinsam mit den Menschen in Ungarn und 27 weiteren Ländern eine Union geschaffen haben, in der gemeinsame EU-Bürger*innenrechte gelten. Das hätten uns nicht viele zugetraut. Aber wir Europäer*innen haben das geschafft. Und wenn wir das ernst meinen, dann müssen wir auch laut protestieren, wenn eine Regierung diese Rechte missachtet und streicht.

Genau das hat die überwältigende Mehrheit unseres Landes am Mittwoch getan.

Und allen voran auch unsere Nationalmannschaft mit Manuel Neuer, der den Regenbogen als Kapitänsbinde trägt. Leon Goretzka hat sogar noch mehr getan. Er hat den 2:2-Ausgleich erzielt und unsere Mannschaft so ins Achtelfinale geschossen. Und dann geht er zum Jubel auf einen Block mit ungarischen Fans, die skandierten „Deutschland, Deutschland, homosexuell“, zu und formte mit seinen Händen ein Herz. Liebe statt Hass, Respekt statt Diskriminierung, Solidarität statt Ignoranz. Oder: „When they go low, we go high.“

Foto der Woche: Ein glücklicher und ein Stück weit auch historischer Moment. Die SPD Rhein-Neckar hat seit dem Samstag mit Andrea Schröder-Ritzrau zum ersten Mal eine Frau als Vorsitzende. Und weil wir eine Doppelspitze gewählt haben, bin ich mit ihr ein Team, um unseren Kreisverband zu führen.

Homepage Daniel Born

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