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Die Freitagspost: Eine beschämende Bilanz der Landesregierung bei der Energie- und Heizwende

Veröffentlicht am 10.06.2022 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost prangert Daniel die beschämende Bilanz der Landesregierung bei der Energie- und Heizwende an.

Die Bilanz der Landesregierung bei der Energie- und Heizwende ist beschämend. Wenn jetzt beim Windkraftausbau der Bund wieder die Kohlen aus dem Feuer holen muss und dabei immer wieder Baden-Württemberg als Beispiel dafür gilt, wie ein Land nicht vorankommt, ärgert mich das sehr. Der dramatische Klimawandel verlangt Machen – und damit ist eben nicht das schönste Sharepic, sondern reale Politik für Klimaschutz gemeint. In dieser Woche gab es auch Schwarz auf Weiß einmal mehr zu sehen, dass bei der Landesregierung schon im direkten Zuständigkeitsbereich die Energiewende keine Rolle spielt, wenn es konkret wird. Bei der Energiewende fehlt es der grün-schwarzen Landesregierung an Antrieb und Ehrgeiz, nicht weniger offenbart die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der SPD: Gerade mal 170 von 8000 Landesgebäuden haben bisher ein Solardach, das ist ein starkes Stück. Die Landesregierung reagierte auf diese Peinlichkeit wie so oft mit einer Ankündigung: man wolle diesen Wert verfünffachen. Allein für diese Zusage war jahrelanges Bohren der SPD nötig. Und Verfünffachung klingt besser, als sie ist: Bei derzeit gerade mal zwei Prozent Landesgebäuden mit Solardach bedeutet das dann magere zehn Prozent!

Verfünffacht man die 170 landeseigenen Gebäuden, die bereits mit einer Solaranlage ausgerüstet sind, kommt man auf 850 Gebäude. Dabei eignen sich laut Angaben der Landesregierung selbst 1200 der 2000 bisher untersuchten Gebäuden zur energetischen Nutzung von Sonnenlicht. Wenn wir das hochrechnen, könnte weit mehr als die Hälfte der 8000 Landesgebäude eine Solaranlage haben.

Wir reden bei den Landesgebäuden nicht von einem Klacks, sondern von einem Potenzial von fast 3,5 Millionen Quadratmetern für Solarenergie. Da müsste es angesichts der dringenden Notwendigkeit der Energiewende doch möglich sein, ehrgeizigere Ziele zu setzen: 20 Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode zu kommen, und bis 2030 auf 50 Prozent. Das ist absolut machbar, wenn man nur will.

Besonders ärgert mich, dass wohl kaum einer der oberirdischen Parkplätze, die dem Land gehören, mit Solarpanelen überdacht ist und dass es hier keine Ausbauziele gibt, diese bereits versiegelten Flächen für die regenerative Energieerzeugung und den Klimaschutz zu nutzen. Dieses Versäumnis ist vor dem Hintergrund, dass das Klimaschutzgesetz des Landes jeder*m anderen Eigentümer*in genau diese Überdachung vorschreibt, umso ärgerlicher. Das Land täte gut daran, bei landeseigenen Gebäuden und auch Parkplätzen mit gutem Beispiel voranzugehen, um auch von anderen mehr einfordern zu können.

Foto der Woche: Meine Balkonblumen haben sich über den vielen Regen gefreut – aber für die Vereine war es schön blöd. Wobei es ja immer Lösungen gibt. Als wir alle beim Waldfest in Oftersheim Unterschlupf in den Zelten gesucht haben, habe ich diesen Schnappschuss gemacht. So ein Regenschirm hilft eben schon und man kann das Weizen weiter auf der Bank genießen.

Homepage Daniel Born

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