Zufallsfoto

Die Freitagspost: Ein Mord ist ein Mord und kein „Eifersuchtsdrama“

Veröffentlicht am 09.04.2021 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel über die fatale Tendenz in unsere Gesellschaft, Morde in Beziehungen als „Eifersuchtsdrama“ zu bezeichnen. Heute Abend diskutiert Daniel zu diesem Thema mit der ASF-Landesvorsitzenden Sonja Elser.

Kennt ihr diese Anmoderationen in Nachrichtensendungen mit „Eifersuchtsdrama“ oder „Beziehungstat“? In der Regel folgt dann ein Bericht über nichts anderes als einen Mord. Die größte Gefahr für Frauen sind die eigenen Partner. Nach einer Studie der Vereinten Nationen werden jährlich etwa 50.000 Frauen und Mädchen von ihrem eigenen Partner, ihrem Freund oder einem nahen Verwandten umgebracht. Über 3.000 von ihnen werden in Europa getötet. Um es noch konkreter zu machen: Jeden dritten Tag tötet in Deutschland ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin.

„Eifersuchtsdrama“ ist eine fatale Wortschöpfung. Erstens nimmt sie den Blickwinkel des Täters ein und schafft unterschwellig Verständnis. Wer war nicht schon einmal eifersüchtig? Zweitens erweckt „Drama“ den Eindruck, dass eben viele verheerende Umstände zusammengekommen sind. Aber drittens – und das ist vielleicht das schwierigste – wird so getan, als müsste man sich eben damit abfinden. Eifersucht hat es immer gegeben, Dramen hat es immer gegeben.

Ich finde: Wir können uns nicht damit abfinden! Es ist eine Aufgabe von Gesellschaft und Politik dafür zu sorgen, dass nicht die Hälfte der Weltbevölkerung aufgrund ihres Geschlechts so viel mehr Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt ist. Und es gibt ja Strukturen, die geschaffen werden können und helfen. Frauenhäuser sind ein ganz konkretes Beispiel.

Frauen besser vor Gewalt schützen – das ist auch das Ziel der Istanbul-Konvention, die vor drei Jahren in Deutschland in Kraft getreten ist. Damit verpflichtet sich Deutschland auf allen staatlichen Ebenen alles dafür zu tun, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten und Gewalt verhindert wird. Die insgesamt 81 Artikel der Istanbul-Konvention enthalten umfassende Verpflichtungen. Diese betreffen die Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, den Schutz der Opfer und die Bestrafung der Personen, die gewalttätig werden. Zugleich werden die Gleichstellung von Mann und Frau und das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben gestärkt.

Heute Abend diskutiere ich mit unserer AsF-Landesvorsitzenden Sonja Elser über drei Jahre Istanbul-Konvention. Welche Erfolge gab es, welche Rückschläge, welche Perspektiven? Was ist international zu tun, nachdem die Türkei ihren Austritt erklärt hat? Was müssen wir innerhalb der Europäischen Union unternehmen, wenn die Konvention in Ländern wie Polen und Ungarn in Frage gestellt wird? Und was sind unsere ganz konkreten Aufgaben in Deutschland: von der Kommune über das Land bis zum Bund?

Die Diskussion findet ab 20 Uhr auf meinem Instagram-Kanal statt, das heißt, dass man einfach zusehen, sich aber auch direkt mit Kommentaren und Fragen beteiligen kann.

Foto der Woche: Die letzten Spuren des Wahlkampfes sind entfernt. Vor dem Toom-Markt in Schwetzingen hing ich noch ein wenig neben dem King des Monats – aber auch dort hat mich jetzt die Werbung für einen Balkondünger abgelöst. Auch die anderen Plakate wurden von den Ortsvereinen vorbildlich abgehängt und entsorgt. Auf unseren Großflächenplakaten hat vielen nicht mein Gesicht – absolut verständlich – sondern das Panorama mit den Gebäuden aus dem Wahlkreis gut gefallen. Laura hat dies „komponiert“ und es war ja wirklich wie ein kleiner Spaziergang durch unsere Region. Für alle, die vielleicht das ein oder andere Gebäude nicht erkannt haben, hier noch einmal der Spaziergang von links nach rechts: Wasserturm Hockenheim, Alter Bahnhof Neulußheim, Christuskirche Oftersheim, Villa Meixner Brühl, Kurfürstliches Schloß Schwetzingen, Wasserturm Plankstadt, Sankt Sebastian Ketsch, Rathaus Altlußheim, Wasserturm Eppelheim, Haus zum Löwen Reilingen.

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de