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Die Freitagspost: An der polnisch-ukrainischen Grenze

Veröffentlicht am 01.04.2022 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel über seine Reise an die polnisch-ukrainische Grenze, die er gemeinsam mit seiner Kollegin Dorothea Kliche-Behnke und seinem Kollegen Florian Wahl unternommen hat, um sich vor Ort über die Folgen des Putin’schen Angriffskriegs auf die Ukraine zu informieren.

Von Willy Brandt stammt das Zitat: „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“ (Bonn, 3.11.1981) Ich war von Sonntag bis Dienstag gemeinsam mit der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Dorothea Kliche-Behnke und dem Vorsitzenden des Sozialausschusses Florian Wahl im südostpolnischen Grenzgebiet zur Ukraine um informiert zu werden und Gespräche zu führen. Wir haben diese Reise gemacht, weil wir als Abgeordnete so viele Rückmeldungen über die große humanitäre Katastrophe, die Putins verbrecherischer Angriffskrieg ausgelöst hat, und die enorme Solidaritätsleistung der Menschen in Polen und der Hilfsorganisationen weltweit bekommen haben. Und in allen Telefonaten hieß es: „Ihr könnt Euch das nicht vorstellen. 20.000 Geflüchtete am Tag, davon die Hälfte Kinder.“

Unsere Gespräche vor Ort waren sehr intensiv: Mit einem multikulturellen Zentrum des Internationalen Bundes (IB), das derzeit viele Geflüchtete als erste Ansprechstelle nutzen; mit dem deutschen Generalkonsul in Krakau Dr. Michael Groß, der ausführlich mit uns die politische Lage erörterte; mit einem Unternehmer, der seine Hallen – wo sonst Tiny Houses produziert werden – nun Hilfsorganisationen zur Verfügung stellt, damit Medikamente für ukrainische Krankenhäuser weitergeschickt werden können; mit ehrenamtlichen Helfer*innen vom THW, vom Roten Kreuz und von International Search-and-Rescue, die in verschiedenen Städten vor Ort Herausragendes leisten. Und wir wurden vom THW bei einem Besuch des Refugee Reception Centre Budomierz-Hruszów informiert, wie die erste Aufnahme der vielen Geflüchteten gelingt. Zuhören – Menschen zuhören, die Angst haben und die in großer Not sind. Und den Menschen zuhören, die helfen, die etwas Angst nehmen, die etwas die Not lindern. Im Reception Centre ist von einer israelischen NGO eine Kinderbetreuung eingerichtet worden. Ein wenig Hoffnung und Lachen.

Man merkt in den Gesprächen mit den Ehrenamtlichen der Hilfsorganisationen, dass sie ihre Haltung und ihr Verständnis von dem, was zu tun ist, motiviert. Ich bin voller Respekt. Und ich bin voller Respekt vor den Leistungen der Menschen in Polen: Allein in Krakau – einer Stadt mit ca. 800.000 Einwohner*innen – leben jetzt 100.000 Geflüchtete.

Ich habe viel aus diesen Stunden gelernt, mitgenommen in meine politische Arbeit. Aber noch wichtiger ist mir, was nicht nur für die Politik, sondern für alle Lebensbereiche gilt. Gerade weil ohne den Frieden alles nichts ist, dürfen wir nicht aufhören hinzuschauen, solidarisch zu sein und mit Spenden zu helfen. Auf Putins Krieg wird Europas Frieden folgen. Wir halten zusammen.

PS: Viele Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind vor Ort, um das Leid der Menschen zu lindern, mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und medizinischer Hilfe.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende: DE62 3702 0500 0000 1020 30 – Überweisungszweck: Nothilfe Ukraine.

Foto der Woche: Eines der vielen intensiven Gespräche mit den Ehrenamtlichen des Polnischen und des Deutschen Roten Kreuzes in Lublin.

Homepage Daniel Born

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