SPD-Ortsverein Wolfach feiert 100-jähriges Bestehen / Manfred Maurer: »Festabend für Demokratie«
Zehn Grußworte von Gästen und eine Rede von Nicolette Kressl, Staatssekretärin im Finanzministerium, zu sozialdemokratischen Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise gab’s beim Festakt des SPD-Ortsverein Wolfach am Samstag.
Von Hans Geiger
Wolfach. Am 12. September ist der 100. Geburtstag der Wolfacher SPD. Bewusst vor die Wahlen in diesem Jahr habe man den Termin der 100-Jahr-Feier gelegt, sagte der Wolfacher Ortsvereinsvorsitzende Manfred Maurer am Samstag während des Festaktes, um an die Menschen zu appellieren zur Wahl zu gehen und sich aktiver in die Politik einzubringen. Maurer wollte den Festabend als Wahlveranstaltung für die Demokratie und nicht für seine Partei verstanden wissen. Sein zweites Anliegen war, die Notwendigkeit der Existenz politischer Parteien aufzuzeigen, zu denen es keine adäquate Alternative gebe.
Die Feier stand jedoch keineswegs nur im Zeichen solch grundsätzlicher Anmerkungen. Die Rastatterin Nicolette Kressl, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen, sollte in ihrem Vortrag sozialdemokratische Antworten auf die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise geben. Als eine der größten Herausforderungen bezeichnete sie die Prognose bezüglich eines sechsprozentigen Rückgangs des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr. Die Rettung kriselnder Banken erfolge nicht zum Selbstzweck sondern deshalb, weil es um’s Funktionieren der ganzen Wirtschaft gehe. Konjunkturpaket und veränderte Ausgestaltung der Kurzarbeit sah sie als wirksame Maßnahmen zum Gegensteuern. Herzstück der Konjunkturpolitik sei jedoch das kommunale Investitionspaket. Nach der Bewältigung der Krise, so Kressl, gelte es, die Schulden zur Finanzierung des Konjunkturpaketes wieder abzubauen.
Rote Nelken am Revers
Vor der Rede gab’s eine Reihe von Grußworten. Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß lobte den feinen Ortsverein, der die Werte lebe, die die Partei seit 140 Jahren hochhalte. Bürgermeister Gottfried Moser bescheinigte dem »Geburtstagskind«, dass es in Wolfach in hohem Maße Verantwortung übernommen habe. Ein Wolfacher Alleinstellungsmerkmal, das auf den Sozialdemokraten Anton Müller zurückgeht, nannte Moser. Im Haushaltsplan der Stadt würden immer die Einnahmen aus Einkommen- und Lohnsteuer aufgeführt. Andernorts würde man ldie Lohnsteuer meist weglassen. Von den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat gab’s Geschenke für die Genossen. 100 rote Nelken hatten die Freien Wähler als Ausdruck der Wertschätzung mitgebracht und selbst welche ans Revers geheftet. Von der CDU gab’s den Strang, an dem man weiterhin gemeinsam ziehen möge.
Text und Bild veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Hans Geiger