
Reilingen. Landtagsabgeordneter Daniel Born lädt zur sechsten Ausgabe seiner erfolgreichen Gesprächsreihe Kurpfalz-Horizonte ein: Am Montag, den 2. Dezember 2024 um 18 Uhr, im Wendelinushaus in der Hauptstraße 72 in Reilingen. Dieses Mal steht ein Gast im Mittelpunkt, der sein gesamtes politisches Leben wie kaum ein anderer für die Verteidigung der Demokratie und die Werte des Friedens eingetreten ist: Prof. Gert Weisskirchen, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, Außenpolitiker und unermüdlicher Kämpfer gegen Antisemitismus wird mit dem hiesigen Landtagsabgeordneten über das Spannungsfeld „Zwischen Friedensliebe und Realpolitik“ diskutieren.
Landtagsvizepräsident Born ist es ein Anliegen, für die Demokratie zu werben und dem respektvollen Diskurs Raum zu geben „Deshalb habe ich in und für meine Heimat die Kurpfalz-Horizonte entwickelt. Ich setze mich damit für eine demokratische Debattenkultur ein, die von echtem Interesse aneinander geprägt ist. Alle meine Gäste sind Menschen, die mit ihrer individuellen Lebensgeschichte unsere Demokratie stark machen“, so Gastgeber Born über das Gesprächsformat, das längst zu einer Marke geworden ist.
Das Thema des Abends verbindet Born seit vielen Jahren mit seinem Gast: Wie kann Frieden bewahrt und wie kann die Demokratie gestärkt werden – auch in schwierigen Zeiten? „Die europäische Geschichte zeigt uns immer wieder, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Sie erfordert Mut, Einsatz und einen klaren Kompass. Gert Weisskirchens jahrzehntelanges politisches Engagement ist ein Beispiel dafür, wie man Freiheit, Toleranz und Menschenrechte auch dann verteidigt, wenn es Gegenwind gibt. Genau das brauchen wir heute, wo die Bedrohungen für die Demokratie nicht nur von außen, sondern auch von innen kommen.“
Die Auswirkungen geopolitischer Konflikte hat Weisskirchen in seiner politischen Karriere über mehrere Jahrzehnte hinweg hautnah miterlebt. Von 1976 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus und zehn Jahre außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. An diesen umfangreichen Erfahrungsschatz wird Born im gemeinsamen Gespräch anknüpfen.
Dabei wird es auch um Putins Krieg gegen die Ukraine gehen. Born hatte im vergangenen Jahr die ukrainischen Hauptstadt Kyjiw besucht. „Die Warn-App, die sich jeder, der einreist, auf sein Handy laden muss, habe ich noch. Ich lösche sie erst, wenn in der Ukraine wirklich Frieden ist,“ sagt Born. Den Angriff auf die Ukraine sieht er als fundamentale Herausforderung für die Demokratie und ganz Europa. Auch Weisskirchen ist überzeugt: „Die Zukunft Europas wird heute in der Ukraine entschieden. Hier prallen Freiheit und Demokratie auf Autokratie und Willkür.“
Gleichzeitig teilen Weisskirchen und Born die Überzeugung, dass der Schutz der Demokratie und der Kampf gegen Hass und Intoleranz vor der Haustür beginnt. Die klaren Worte, die Weisskirchen bereits in seiner Zeit als Beauftragter der OSZE zur Bekämpfung des Antisemitismus gefunden hat, haben im Angesicht der Zunahme antisemitischer Übergriffe seit dem 7. Oktober 2023 neues Gewicht: „Wir führen diesen Kampf nicht nur, um Menschen jüdischen Glaubens zu schützen, sondern um uns selbst vor einem neuen Absturz in die Barbarei zu bewahren“, ist er überzeugt.
Borns Talkformat gibt einmal mehr die Gelegenheit zum Dialog über Fragen, die viele bewegen: Wie können wir die Ideale des Friedens wahren, ohne die Realitäten der Machtpolitik zu ignorieren? Welche Lehren können wir aus der Geschichte für uns heute ziehen? Und wie können wir die Demokratie so stärken, dass sie auch für kommende Generationen ein Fundament bleibt? Die Botschaft des SPD-Landtagsabgeordneten ist klar: „Demokratie beginnt im Kleinen – am Abendbrottisch, in der Nachbarschaft, in der Schule, im Verein. Und gleichzeitig hat unser Handeln dort eine globale Dimension. Mit Gert Weisskirchen möchte ich darüber sprechen, wie jeder und jede von uns den Unterschied macht – im Kleinen und in der großen Politik.“
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
