Wie gestaltet die grün-rote Landesregierung das Bildungssystem gerechter? Auf welchen pädagogischen Konzepten bauen die neuen Gemeinschaftsschulen auf? Diese und viele andere Fragen zum Bildungssystem in Baden-Württemberg beantwortete ich am Dienstagabend. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger kam zu dieser vom SPD-Ortsverein Neckarstadt-Ost und vom Juso-Kreisverband Mannheim organisierten Veranstaltung ins Kulturzentrum Forum, um aus erster Hand Neuigkeiten aus dem Bildungsbereich zu erfahren. Ich erläuterte, dass der Umgang mit den Hinterlassenschaften der CDU - in der mittelfristigen Finanzplanung für den Bildungshaushalt effektiv eine Deckungslücke von mehr als 360 Mio. Euro - eine große Herausforderung ist. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen hat die neue Bildungsministerin Gabriele Warminski-Leitheußer als eine der ersten Maßnahmen den bereits geplanten Abbau von 711 Lehrerstellen verhindert. Zudem sorgte die grün-rote Regierung dafür, dass im Schuljahr 2012/2013 rund 3.300 Lehrerstellen, die durch den demographischen Rückgang freiwerden würden, weiter im System verbleiben und damit die Lehrerversorgung effektiv verbessern. Zentrale Maßnahmen, mit denen die Regierung in den nächsten Jahren für mehr Bildungsgerechtigkeit in Baden-Württemberg sorgen will, sind bereits vollzogen (Abschaffung der verpflichtenden Grundschulempfehlung sowie die Abschaffung der Studiengebühren). Andere Vorhaben, wie die Einrichtung von parallelen G9-Zügen an Gymnasien, sind auf dem Weg. Wichtige Projekte für das Jahr 2012 sind sowohl die Einführung von Gemeinschaftsschulen als auch das Thema Inklusion. Die Einführung der Gemeinschaftsschulen ist vor allem von der Initiative vor Ort abhängig. Nur wenn Schule und Schulträger ein stimmiges pädagogisches Konzept vorlegen, wird die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule genehmigt. Ich stellte in meiner Präsentation dazu den Lehrplan der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen vor und konnte so einige offene Fragen der Praktiker beantworten. Ich finde besonders überzeugend, wie in dieser Schulform Schülerinnen und Schüler individueller als in herkömmlichen Schulen an ihren Stärken und Schwächen arbeiten können. Zudem haben Beispiele wie die Schule in Tübingen gezeigt, dass der Mehrbedarf an Lehrer zumindest in der Endstufe der Gemeinschaftsschulen nicht höher sein muss, als an konventionellen Schultypen.


