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Berufliche Gymnasien: Im Stadt- und Landkreis Heilbronn fehlen 369 Plätze

Veröffentlicht am 06.05.2010 in Wahlkreis

Quelle: photocase.com // andy-Q

Reinhold Gall und Ingo Rust fordern von Landesregierung mehr Klassen einzurichten und allen zugangsberechtigten Schülern den Schulbesuch zu ermöglichen

Auch im kommenden Schuljahr werden viele Bewerber um Plätze an den beruflichen Gymnasien im Stadt- und Landkreis Heilbronn eine Absage erhalten. Das ist das Ergebnis einer entsprechenden Anfrage der beiden Landtagsabgeordneten aus der Region Heilbronn Ingo Rust und Reinhold Gall an Kultusministerin Marion Schick.

Demnach haben sich 881 zugangsberechtigte Schüler um einen Platz an einem der beruflichen Gymnasien im Stadt- und Landkreis Heilbronn beworben. Dazu zählen neben 100 Schülern aus den jetzigen Klassen 9 und 10 der achtjährigen Gymnasien auch 773 Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, also nach Realschule, Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule, die die formalen Aufnahmevoraussetzungen erfüllen. Dieser Nachfrage stehen jedoch voraussichtlich nur 512 Plätze an den beruflichen Gymnasien gegenüber. So viele Schüler besuchen in diesem Schuljahr die Eingangsklassen der beruflichen Gymnasien im Kreis.

„Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass die beruflichen Gymnasien allein aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage sind, alle Interessierten aufzunehmen“, so SPD-Landtagsabgeordnete Ingo Rust. Zwar könnten gegebenenfalls einige so genannte Pool-Klassen eingerichtet werden. Da sich aber auch die Zahl der Bewerber durch die Wiederholer noch erhöhen werde, würden diese vermeintlich zusätzlichen Plätze an der Situation kaum etwas ändern.

Reinhold Gall forderte deutliche Verbesserungen vom Land: „Das Problem ist ja nicht neu. Die Landesregierung muss endlich einsehen, das ihr bisher verfolgtes Prinzip „Es wird schon alles nicht so schlimm werden“ gescheitert ist.“ Er verwies auf eine aktuelle Gesetzesinitiative der Landtagsfraktion, mit der die SPD künftig jedem zugangsberechtigten Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss gesetzlich einen Rechtsanspruch auf einen Platz an einem beruflichen Gymnasium garantieren will. „Mit
dieser Gesetzesinitiative wollen wir die Landesregierung dazu zwingen, die Zahl der Klassen an den beruflichen Gymnasien deutlich zu erhöhen und ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen“, so Reinhold Gall.

Reinhold Gall, der auch Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion ist, betonte, dass die kommunalen Schulträger bereit seien, beim Ausbau der beruflichen Gymnasien ihren Teil beizutragen und erinnerte daran, dass der Kreistag im Landkreis Heilbronn erst in seiner jüngsten Sitzung den Weg für ein Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Profil freigemacht habe. „Wenn es positive Signale seitens des Landes geben würde, wären sicher weitere Stadt- und Landkreise bereit, ihre beruflichen Gymnasien
auszubauen oder neue Züge einzurichten.“

Es sei ein falsches Signal, dass Schüler unter einer verfehlten Schulpolitik des Landes leiden müssten. „Einerseits wirbt das Land für seine Realschulen mit dem Hinweis auf gute schulische Anschlussmöglichkeiten,
andererseits stellt es aber zu wenige Plätze an beruflichen Gymnasien zur Verfügung“, kritisierte Ingo Rust. So müssten sich viel engagierte Schüler nach einer Absage demotiviert auf die Suche nach Alternativen machen.

Voraussetzung für die Aufnahme in die Eingangsklasse der beruflichen Gymnasien ist die mittlere Reife. Für Realschüler, Werkrealschüler und Berufsfachschüler ist dabei ein Notenschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Pflichtfremdsprache notwendig.

weiterlesen: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Übergangsquoten auf berufliche Gymnasien im Stadt und Landkreis Heilbronn“

Homepage Reinhold Gall MdL

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