Verlängerte Ausbildungszeit soll mehr Praxisanteile und neue Schwerpunktsetzungen ermöglichen – etwa in der Inklusion oder im Umgang mit Heterogenität.
Verlängerte Ausbildungszeit soll mehr Praxisanteile und neue Schwerpunktsetzungen ermöglichen – etwa in der Inklusion oder im Umgang mit Heterogenität.
„Guter Unterricht hängt in erster Linie von guten Lehrerinnen und Lehrern ab. Deshalb ist es eines unserer zentralen Anliegen, die Lehrerausbildung qualitativ so weiterzuentwickeln, dass sie den Anforderungen unserer modernen Gesellschaft auch in Zukunft gerecht werden kann“, betont Kultusminister Andreas Stoch anlässlich der geplanten Neugestaltung der Ausbildung von sonderpädagogischen Fachlehrkräften und Technischen Lehrkräften sowie musisch-technischen Fachlehrkräften. Die neue dreijährige Ausbildung startet in beiden Ausbildungsgängen im September 2016.
Kern der Neugestaltung ist, die Ausbildungsdauer von derzeit eineinhalb Jahren (für sonderpädagogische Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte) beziehungsweise zwei Jahren (für musisch-technische Fachlehrkräfte) auf einheitlich drei Jahre zu verlängern. Damit soll den erweiterten Anforderungen an diese Berufsgruppe Rechnung getragen werden, etwa im Hinblick auf den Umgang mit Heterogenität und die Umsetzung inklusiver Bildungsangebote. Ein zentrales Ziel der Ausbildungsreform ist es, Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte für die Arbeit in multiprofessionellen Teams zu qualifizieren. In Form von Modulen soll die Ausbildung der Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräfte deshalb stärker an die entsprechenden Lehramtsstudiengänge angelehnt werden.
Mehr Schulpraxisanteile als bisher
Bislang unterrichten angehende sonderpädagogische Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte im zweiten und dritten Ausbildungshalbjahr vier Wochenstunden selbständig. Angehende musisch-technische Fachlehrer erteilen derzeit keinen selbständigen Unterricht; aus Sicht des Kultusministers besteht deshalb Handlungsbedarf: „So wie wir unsere wissenschaftlich ausgebildeten Lehrkräfte auf die Unterrichtswirklichkeit vorbereiten, müssen wir auch die angehenden Fachlehrkräfte für die spätere berufliche Praxis qualifizieren“, erläutert Stoch. Im Zuge der Ausbildungsreform werden deshalb die Schulpraxisanteile für sonderpädagogische Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte von vier auf acht Wochenstunden verdoppelt. Für musisch-technische Fachlehrkräfte ist künftig elf Wochenstunden selbstständiger Unterricht vorgesehen.
Ausbildung vertiefen und erweitern
Die längere Ausbildung bietet außerdem Raum, die theoretischen Inhalte zu vertiefen. In beiden Ausbildungsgängen setzen sich die angehenden Lehrerinnen und Lehrer künftig mit dem Unterrichten von heterogenen Schülergruppen, mit Diagnostik und individueller Förderung sowie mit Modellen und Konzepten inklusiven Unterrichtens auseinander. Neu ist auch, dass musisch-technische Fachlehrkräfte künftig vertiefend auf fachdidaktische Modelle und Konzepte der Realschule und Gemeinschaftsschule vorbereitet werden.
Die Ausbildung der sonderpädagogischen Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräfte nimmt künftig stärker die Kooperation mit frühkindlichen Bildungseinrichtungen sowie den Übergang von Schule und Beruf in den Blick. Deutlich mehr Gewicht in der Ausbildung bekommen die Fächer Deutsch und Mathematik. Einen weiteren Ausbildungsschwerpunkt bildet der Unterricht für Schülerinnen und Schülern mit Mehrfachbehinderungen. „Sonderpädagogische Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte leisten 80 Prozent des Unterrichts für Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung. Das zeigt, wie wichtig diese Lehrerinnen und Lehrer für unsere Schulen und für die Inklusion sind. Mit der Ausbildungsreform wollen wir diese Berufsgruppe stärken, so dass künftig auch allgemeine Schulen von ihrer sonderpädagogischen Expertise profitieren“, sagt der Minister.
Weitere Informationen
Die Ausbildung zur sonderpädagogischen Fachlehrkraft und Technischen Lehrkraft sowie musisch-technischen Fachlehrkraft eröffnet Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung den Zugang zum Lehrerberuf. Sie stellt damit auch ein Modell im Hinblick auf lebenslanges Lernen und berufliche Weiterentwicklung dar. Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte bereichern aufgrund ihrer Berufs- und Lebenserfahrung die pädagogische Arbeit der Schulen.
Sonderpädagogische Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte unterrichten an Schulen für Geistigbehinderte und Körperbehinderte sowie im Rahmen der Inklusion künftig auch verstärkt in allgemeinen Schulen. Ihre Ausbildung erfolgt am Pädagogischen Fachseminar Karlsruhe, Abteilung Sonderpädagogik mit einer Außenstelle in Freiburg, am Fachseminar für Sonderpädagogik Reutlingen und ab 2016 auch am Pädagogischen Fachseminar Schwäbisch Gmünd, Abteilung Sonderpädagogik mit einer Außenstelle in Heilbronn.
Mögliche Einsatzbereiche von musisch-technischen Fachlehrkräften sind Schulen, an denen ein Hauptschulabschluss, ein Realschulabschluss oder ein jeweils gleichwertiger Bildungsstand erreicht werden kann, sowie Grundschulen. Musisch-technische Fachlehrkräfte werden an den Pädagogischen Fachseminaren Karlsruhe, Schwäbisch Gmünd und Kirchheim/Teck ausgebildet.
Infos auch unter http://www.seminare-bw.de/Fachseminare
Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg
hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.
(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
Rotes aus der Ortenau
findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de
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