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Austausch mit Landtagsvizepräsident Born im Oftersheimer Rathaus zum Integrationsmanagement / Eintrag ins Goldene Buch

Veröffentlicht am 28.10.2024 in Wahlkreis

Oftersheim. In Oftersheim betrachtet man die Integrationsarbeit nicht als vorübergehendes Projekt, sondern als langfristige Verpflichtung. Das wird beim Besuch von Landtagsvizepräsident Daniel Born bei Bürgermeister Pascal Seidel deutlich. Weil in Oftersheim viele an der Erfolgsgeschichte des hiesigen Integrationsmanagements mitschreiben, wird das Thema mit dem Schwetzinger SPD-Abgeordneten in großer Runde erörtert. Neben Jens Volpp, Hauptamtsleiter der Gemeinde, nahmen auch Jens Rüttinger, Fraktionsvorsitzender der SPD Oftersheim, Galina Gavras, Sachgebietsleiterin des Integrationsbüros, die Integrationsbeauftragte Britta Josupeit sowie die Integrationsmanagerin Elena Kuchuganova teil. Für den Asylkreis, der stellvertretend für das große ehrenamtliche Engagement in Oftersheim steht, saß dessen Leiterin Heidi Joos mit am Tisch.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die bevorstehende Veränderung der Förderkulisse für das Integrationsmanagement ab 2025. Obwohl das Land Baden-Württemberg die Förderung mit 58 Millionen Euro jährlich fortsetzt, wird die neue Zuteilungssystematik für die Fördermittel für Oftersheim zu erheblichen Einschnitten führen. Die Gemeinde muss mit deutlich weniger Fördermitteln auskommen. „Trotz der finanziellen Einschränkungen wird Oftersheim sein erfolgreiches Integrationsmanagement weiterführen“, betonte Bürgermeister Seidel. Bereits 2023 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Stellen im Integrationsmanagement zu verstetigen. „Die Integration von Geflüchteten bleibt eine große Aufgabe, die wir weiterhin engagiert angehen werden. Und unseren hervorragenden Mitarbeiterinnen möchten wir auch Sicherheit bieten.“

Elena Kuchuganova, die rund 200 Geflüchtete betreut, lenkte den Blick auf die Erfolge, die mit dem Integrationsmanagement erzielt wurden: „Jeden Tag führe ich ungefähr sieben, manchmal fünfzehn Beratungsgespräche – zu ganz unterschiedlichen Themen von Leistungsbezug und Aufenthaltsrecht über Ausbildungsmöglichkeiten bis Wohnungssuche. Immer wieder können wir uns über Erfolgsgeschichten freuen, die Mut machen und uns motivieren: Sieben Geflüchtete, unter anderem aus Syrien, Georgien und Afghanistan, haben kürzlich eine Ausbildung begonnen. Andere haben ihre Ausbildung als Schneider oder Metallbauer schon erfolgreich abgeschlossen.“ Kuchuganovas eigene Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch, Türkisch und Russisch sind besonders hilfreich, insbesondere für Geflüchtete aus der Ukraine, mit denen sie sich auf Russisch unterhalten kann. „Die Erleichterung ist groß, wenn sie merken, dass die Verständigung klappt.“ Oft ginge es darum, Unsicherheiten zu überwinden und Wege aufzuzeigen, sagte Kuchuganova: „Integration ist ein Prozess. Man braucht Geduld, bis Perspektiven erarbeitet sind und sich Erfolge einstellen.“ Galina Gavras, Sachgebietsleiterin des Integrationsbüros, ergänzte: „Jeder, der zu uns kommt, trägt ein eigenes Päckchen. Wir nehmen das ernst und unterstützen mit konkreten Hilfsangeboten.“ Britta Josupeit fügte hinzu: „Zuallererst geht es darum, die Menschen willkommen zu heißen und ihnen Perspektiven zu bieten, damit sie hier Fuß fassen und ihre Potentiale entfalten können.“

SPD-Politiker Born zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Gemeinde: „Die Kommunen sind die politische Ebene der Wahrhaftigkeit und der Realität Hier entfalten politische Entscheidungen ihre tatsächliche Wirkung - sei es bei der Organisation der Unterbringung von Geflüchteten oder der Bereitstellung von Bildungs- und Betreuungsangeboten. Die Kommune leistet den Löwenbeitrag zur Integration. Sie sind das Fundament unserer Demokratie.“

Der Landtagsabgeordnete kritisierte die neue Finanzierungslogik, die Gemeinden, die ihre Aufnahmequote übererfüllen, schlechterstellt. „Dass das besondere Engagement von Kommunen wie Oftersheim nicht ausreichend berücksichtigt wird, ärgert mich. Ich werde mich in Stuttgart weiterhin dafür einsetzen, dass die Mittelzuteilung am tatsächlichen Einsatz gemessen wird.“ Oftersheim hat in diesem Jahr 43 Geflüchtete aufgenommen, obwohl der Gemeinde laut Quote nur 33 Personen zugewiesen wurden. Born unterstrich: „Oftersheim zeigt trotz der Förderkürzungen, wie gelebte Integration funktioniert: zupackend, überzeugt und zutiefst menschlich.“

Die ehrenamtliche Unterstützung durch den Asylkreis Oftersheim spielt für die Integration eine zentrale Rolle. Die Gruppe, geleitet von Heidi Joos, feierte letztes Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Der Asylkreis setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Geflüchteten den Start in ein neues Leben zu erleichtern. Rund 25 Ehrenamtliche bringen sich mit Leidenschaft und Überzeugung ein, viele von ihnen sind schon seit mehreren Jahren dabei. Ihre Unterstützung reicht von der Organisation von Sprachkursen und Hausaufgabenbetreuung bis hin zur persönlichen Begleitung von Geflüchteten in Alltagsfragen. „Dieses ehrenamtliche Engagement ist ein wichtiger Stützpfeiler unserer Arbeit,“ hob Bürgermeister Seidel hervor.

SPD-Gemeinderat Jens Rüttinger betonte die Bedeutung der vorhandenen gemeindeeigenen Wohnungen für die Integration: „Oftersheim hat den großen Vorteil, über 300 gemeindeeigene Wohnungen zu verfügen. Dadurch können Geflüchtete dezentral untergebracht werden, was die Integration enorm erleichtert.“

Hauptamtsleiter Jens Volpp unterstrich die Herausforderungen, die die Weltpolitik für die Kommunen mit sich bringt: „Wir müssen flexibel bleiben, denn niemand weiß, welche Unterstützung in Zukunft noch gebraucht wird.“ Die Gemeinde ist entschlossen, die integrativen Strukturen trotz der Kürzungen zu erhalten. „Unsere Integrationsarbeit ist zukunftssicher aufgestellt, auch wenn es ein Kraftakt ist und bleibt“, so Seidel.

Zum Abschluss des Besuches im Oftersheimer Rathaus kam dem stellvertretenden Landtagspräsidenten noch eine besondere Ehre zu: der Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde – gleich nach Parteikollegin Saskia Esken, die sich im Rahmen des 120. Geburtstags des SPD-Ortsvereins im vergangenen November ins Goldene Buch eingetragen hatte.

Homepage Daniel Born

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