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Anmeldezahlen weiterführender Schulen leicht rückläufig

Veröffentlicht am 20.05.2015 in Pressemitteilungen

Kultusminister Andreas Stoch: Aktuelle Studie zeigt, dass sich beratende Elterngespräche in der Grundschule positiv auf das Wohlbefinden von Kindern auswirken

An den öffentlichen Werkreal-/Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen wurden landesweit 85.258 Schülerinnen und Schüler für die Klassenstufe 5 zum kommenden Schuljahr 2015/2016 angemeldet. Demografisch bedingt sind die Schülerzahlen damit insgesamt leicht rückläufig: Im Vergleich mit der Anmeldesituation im Vorjahr wurden über alle Schularten hinweg in diesem Jahr 308 Schüler weniger als im Jahr 2014 angemeldet (siehe Tabelle).

 

Dabei verlieren fast alle Schularten Schülerinnen und Schüler. Lediglich die Gemeinschaftsschule gewinnt durch die steigende Akzeptanz dieser Schulart sowie den Anstieg der Schulstandorte hinzu. Am stärksten ist der Rückgang bei den Haupt- und Werkrealschulen, aber auch bei den Gymnasien und Realschulen gehen die Anmeldezahlen geringfügig zurück.

 

Bei den Haupt- /Werkrealschulen schreitet der seit der Jahrtausendwende feststellbare Rückgang der Schülerzahlen weiter fort. Für das kommende Schuljahr wurden 6.284 Schülerinnen und Schüler (2014: 8.065 Schüler) von ihren Eltern an einer Haupt- oder Werkrealschule angemeldet, das sind 1.781 Anmeldungen weniger als im vergangenen Jahr. Nur noch 7,4 Prozent (2014: 9,4 Prozent) der Schülerinnen und Schüler werden im Herbst von der Grundschule an eine Haupt-/Werkrealschule wechseln.

 

Die Anmeldezahlen an den Realschulen sind dagegen nur leicht rückläufig: 29.418 Kinder wurden an dieser Schulart angemeldet (2014: 30.372 Kinder): Mit einem Anteil von 34,5 Prozent (2014: 35,5 Prozent) bei den Anmeldungen ist die Realschule damit weiterhin die zweitgrößte Schulart im Land. „Die Anmeldezahlen belegen die hohe Attraktivität der Realschulen. Damit die Realschulen besser mit der zunehmenden Heterogenität ihrer Schülerinnen und Schüler umgehen können, müssen wir deren pädagogische Konzepte weiterentwickeln“, betonte der Kultusminister. Die Realschulen im Land sollen künftig zusätzliche Poolstunden für eine bessere individuelle Förderung erhalten. Bis zum Schuljahr 2017/2018 sollen – vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags – diese schrittweise auf zehn Poolstunden je Zug erhöht werden. Ab dem Schuljahr 2016/2017 ist vorgesehen, dass die Realschulen neben dem mittleren auch das grundlegende Niveau anbieten und ihren Schülerinnen und Schülern damit zusätzlich einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 ermöglichen.

 

Bei den Gymnasien gab es im vergangenen Jahr erstmals einen leichten Rückgang bei den Anmeldungen, diese Tendenz setzt sich in diesem Jahr fort: Mit 36.160 Anmeldungen (2014: 36.789 Kinder) wurden 629 Kinder weniger als im Vorjahr für diese Schulart angemeldet. Die Übertrittsquote sank damit von 43,0 Prozent auf nun 42,4 Prozent. „Das Gymnasium bleibt weiterhin die beliebteste Schulart im Land. Wir werden das Gymnasium und seine pädagogische Qualität weiter stärken“, sagte Stoch.

 

Mit 13.396 angemeldeten Kindern (2014: 10.340 Kinder) hat die Gemeinschaftsschule abermals zugelegt und ist mit einer Übergangsquote von 15,7 Prozent (2014: 12,1 Prozent) die drittgrößte Schulart. Der deutliche Anstieg der Schülerzahlen in den Gemeinschaftsschulen ist Konsequenz des Ausbaus dieser Schulart auf 271 öffentliche Gemeinschaftsschulen im kommenden Schuljahr sowie der steigenden Akzeptanz: „Immer mehr Eltern erkennen, wie gut die Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen auf die Begabungen und die Fähigkeiten der einzelnen Kinder eingehen und sie in ihrer Lernentwicklung fördern“, betonte Stoch.

 

Entscheidungen basieren auf Dialog zwischen Schule und Elternhaus

Der Entscheidung für eine weiterführende Schule ging in der Regel ein fundierter und kontinuierlicher Austausch zwischen der Grundschule und den Eltern voraus. In der Grundschule hat dieser Dialog mit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung im Frühjahr 2012 erheblich an Bedeutung gewonnen. „Grundschulen und Eltern melden uns zurück, dass die intensivere Beratung der Eltern zu einer neuen Gesprächskultur an den Schulen geführt hat“, erläuterte Minister Stoch. Dass sich die beratenden Elterngespräche positiv auf das Wohlbefinden von Kindern auswirken, belegen Wissenschaftler der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie zeigen, dass Kinder und insbesondere Mädchen vom Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung profitieren. „Für den Bildungserfolg der Kinder ist es wichtig, Leistungsdruck zu vermindern. Die Studie macht deutlich, dass wir mit dem Ausbau des beratenden Elterngesprächs im Zuge der Aufhebung der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung den richtigen Weg gegangen sind“, so Stoch.

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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