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Andreas Stoch: „Es ist höchste Zeit, jetzt verlässliche Pläne für das neue Schuljahr aufzustellen“

Veröffentlicht am 02.06.2020 in Landespolitik

Mit dem Positionspapier „Das krisenfeste Klassenzimmer“ hat die SPD einen Katalog nötiger Schritte für einen Regelbetrieb an baden-württembergischen Schulen nach der Sommerpause vorgelegt. „Es ist höchste Zeit, die kommenden drei Monate für einen fundierten und gemeinsam mit Lehrern und Eltern vorbereiteten Neustart zu nutzen“, so SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch.

Der Katalog der SPD sieht ein größtmögliches Maß Präsenzunterricht mit breiter Unterstützung vor. „Es geht darum, dass die Schulen die passenden Instrumente im Koffer haben“, so Stoch: „Niemand weiß, wie sich die Epidemie in den kommenden Monaten entwickelt. Aber es darf und muss nicht sein, dass die Schulen bei jeder Lageänderung wieder bei Null mit den Planungen anfangen müssen“.

Die SPD schlägt unter anderem vor, Lehrkräfte regelmäßig auf das Coronavirus zu testen und Lehrpersonal aus Risikogruppen rechtzeitig für Distanzunterricht einzuteilen. Gefordert wird mehr Schulsozialarbeit, die Einstellung von Referendaren auch in den Ferien sowie die Hilfe auch von externen Partnern und Studierenden. Die SPD stellt einen Plan für eine deutlich bessere digitale Ausstattung der Schulen und der Schüler vor. Zudem sollen die Bildungspläne überprüft und Lerninhalte priorisiert werden.

Neben einer deutlich besseren Kommunikation fordert die SPD ein zehn Millionen Euro starkes Landesnachhilfeprogramm als Rettungsschirm für Schülerinnen und Schüler, ein Programm „Tablets für alle“ und ein Programm, dass zeitlich begrenzte Mehrarbeit von Lehrkräften attraktiver machen und entlohnen soll.

Begrüßt wurden die Pläne auf der Landespressekonferenz auch von Renate Opiolla, Schulleiterin der Besigheimer Friedrich-Schelling-Schule. „Viele Kollegen können nicht mehr, und die Eltern auch nicht mehr. Jede Woche überlegen wir neu, wie retten wir das jetzt. Wir brauchen Sicherheit und einen definitiven Plan bis Anfang Juli.“ Opiolla, selbst Leiterin einer Gesamtschule, bestätigt die Kommunikationsdefizite: „Von der Öffnung der Grundschulen habe ich selbst auch erst aus dem Radio erfahren“.

Kritik am Kultusministerium übte Thorsten Papendick, Vorstand des Gesamtelternbeirats der Stadt Mannheim. „Wir hatten schon nach Ostern auf Konzepte gehofft, leider liegt uns bis heute nichts vom Kultusministerium vor, und auf Fragen wird nicht geantwortet. Wir hangeln uns von einer Notverordnung zur nächsten, ein Konzept fehlt aber.“ Laut Papendick sind durch den langen Notbetrieb vor allem bei benachteiligten Schülern Defizite entstanden. „Die müssen wir aufholen, dafür genügt kein Heimunterricht. Wir Eltern improvisieren ja nur“. Papendick fordert schnellstmöglich einen Runden Tisch Schule: „Ich hoffe, dass das Kultusministerium den abgetrennten Gesprächsfaden doch wieder aufnimmt“.

Schulleiterin Oppiolla begrüßt den Vorstoß für eine bessere digitale Ausstattung. „Es ist nun einmal so, dass es in vielen Familien nur ein Gerät zuhause gibt, manchmal auch nur einen schlechten oder gar keinen Internetanschluss.“ Leih-Tablets seien eine Idee: „Aber wer schafft die an, wer würde sie versichern?“: Auch hier fehle es an Konzepten.

Fazit von Andreas Stoch: „Was wir hier vorlegen, ist ein Weg zu so viel Präsenzunterricht, wie in Corona-Zeiten nur möglich ist. Es ist ein Weg zu besserer Kommunikation und besserer Ausstattung der Schulen sowie zu mehr Sicherheit für Lehrer, Schüler und Eltern. Vor allem aber ist es ein Weg zu einer verlässlichen Perspektive für jedes Szenario. Das Fahren auf Sicht muss an den Schulen endlich aufhören“.

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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