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Altersarmut: Zentrales Gerechtigkeitsproblem unserer Gesellschaft

Veröffentlicht am 01.02.2013 in Wahlkreis

Schwetzingen. Provokant war die Einladung: „Arbeit macht Frauen im Alter reich – durch Migrationshintergrund noch reicher.“ Alle Statistiken zeigen: Das Gegenteil ist der Fall. Kann die Politik hier Verbesserungen schaffen? Das fragten sich am Freitag, den 1. Februar 2013 AsF und AfA Rhein-Neckar gemeinsam in der AWO Begegnungsstätte in Schwetzingen. Nach der Begrüßung durch die Kreisvorsitzende der AsF, Ursula Wertheim-Schäfer, stellte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Simon Abraham die Vielfalt der Arbeitswelt dar.

Die AfA-Kreisvorsitzende Cordula Becker dokumentierte, dass sich Löhne in den vergangenen Jahren in vielen Branchen immer mehr verschlechtert haben. Für Frauen beginnt ein negativer Kreislauf: Wer wenig verdient, bekommt Hilfe vom Staat mit ALG II. Arbeitsarmut führt meist zu Altersarmut und wieder ist der Staat gefragt. Der Steuerzahler finanziert so den Niedriglohnsektor gleich zweimal, damit Unternehmen hohe Profite einstreichen können. Sie forderte, dass sich dies ändern muss, vor allem für die am stärksten Benachteiligten, die Frauen und die Migrantinnen.

Die Kommunkationsdesignerin Müdje Karaca-Togmus stellte das Filmprojekt „Der Baum biegt sich in jungen Jahren“ vor. Mit Porträts von türkischstämmigen Vorbildern wird für die Berufsausbildung geworben. Das türkische Fernsehen dient dabei als Vermittlungsmedium, das die Porträts zur besten Sendezeit ausstrahlt.

SPD-Bundestagskandidat Daniel Born, der bei der Arbeitsagentur arbeitet, beklagt die noch große Geschlechterungerechtigkeit bei den Löhnen. Migrantinnen haben oft schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz, dabei brauchen junge Menschen eine Brücke in die Arbeitswelt. Born stellte das SPD-Rentenkonzept dar: Deutliche Verbesserungen bei Erwerbsminderungsrente, die weitere Aussetzung der Rente mit 67, abschlagsfreie Rente mit 45 Versicherungsjahren bei gleichzeitiger Anrechnung von Zeiten von Arbeitslosigkeit und Aufwertung von Niedriglohnphasen – das sind wesentliche Verbesserungen der Rentenleistungen, die Altersarmut vermeiden helfen. Wichtigster Baustein sei es aber, bereits Lohnarmut zu vermeiden. Darum brauche es einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn und flexiblere Arbeitszeitmodelle, die gerade Frauen nicht in Mini-Jobs drängen sondern den Ausbau von Teilzeit- zu Vollzeitarbeit erleichtern.

Die 34-jährige Juristin im Examen, Cihan Ugurlu berichtete aus eigener Erfahrung als Migrantin. Ihre Eltern legten Wert darauf, dass sie die beiden Sprachen Deutsch und Türkisch, lernt und gut beherrscht. Sie ist der Ansicht, die Unternehmen müssten endlich entdecken, dass eine zweite Sprache, egal in welchem Beruf, ein Gewinn sei. Es sei wichtig, die Eltern, besonders die Mütter, die überwiegend den Kontakt in Kindergarten/Schule darstellen, stärker dort in die Arbeit einzubeziehen. Dazu brauchen aber auch sie Deutschkenntnisse und entsprechende Sprachkurse. „Für die Kinder ist die Gemeinschaftsschule am Besten. Verliert man eine Schülerin, einen Schüler, verliert die gesamte Gesellschaft“, so Cihan Ugurlu abschließend.

Mit den Anwesenden war man sich einig, dass es dringend notwendig sei, Sprachbarrieren in der Ausbildung abzubauen und ausländische Berufsabschlüsse schneller anzuerkennen. Der Kultur von Migrantinnen und Migranten muss mehr Wertschätzung entgegen gebracht werden, so bleibt die doppelte Staatsbürgerschaft weiterhin ein Ziel der SPD. Eines war allen TeilnehmerInnen klar, Bildung ist der Schlüssel zum beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg!

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

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Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

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