Grosse Resonanz fand die Podiumsdiskussion über die Zukunft des Gesundheitswesens bei den Besuchern im Fritz Esser- Haus des AWO Kreisverband Mannheim e.V., zu der MdL Dr. Frank Mentrup und ich einluden. Am 1. Januar 2011 trat die "Gesundheitsreform" der schwarz- gelben Bundesregierung in Kraft:
Erstmals werden Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge nur von den Arbeitnehmern finanziert, droht über Vorkasse eine täglich spürbare Drei- Klassen- Medizin. Das bedeutet vor allem höhere Beiträge für die Versicherten: die Beitragsätze der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberanteil wird eingefroren. Alle künftigen Erhöhungen tragen ausschließlich die Beschäftigten, Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner. Damit nicht genug. Die in der GKV Versicherten werden zusätzlich durch ungedeckelte und einkommensunabhängige Zusatzbeiträge belastet. Auch hier sind Erhöhungen vorprogrammiert.
Und die nächste unsolidarische Zusatzkopfpauschale steht mit der für dieses Jahr geplanten Reform der Pflegeversicherung bereits vor der Tür. Einig waren sich Publikum und die Diskussionsteilnehmer MdB Peter Friedrich, der Geschäftsführer des Mannheimer Klinikums Alfred Dänzer, die Leiterin des AWO-Pflegeheims Fritz- Esser- Haus Jutta Schillinger und Wolfgang Katzmarek, Betriebsratsvorsitzender Roche Diagnostics in Bewertung der CDU-FDP-Gesundheitspolitik: Die schwarz- gelbe Gesundheitspolitik gefährdet die Sozialsysteme und unterhöhlt den sozialen Zusammenhalt. Darüber hinaus droht mit dem Vorkasse- Modell der Einstieg in die Drei- Klassen- Medizin. Die SPD lehnt dies ab und plädiert stattdessen für eine solidarische und gerechte Bürgerversicherung.