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Papiermacherschule Gernsbach bietet englischen Berufsschülern Lehrlingsausbildung nach deutschem Muster in Englisch an

Veröffentlicht am 28.01.2011 in Pressemitteilungen

v.l.n.r.: SPD-Landtagskandidat Ernst Kopp, Schulleiter OstR Jürgen Gerstner und Gunter Kaufmann

Pressemitteilung vom 28. Januar 2010

MdL Kaufmann und Bürgermeister Kopp zu Besuch in der Papiermacherschule Gernsbach

Der Rastatter SPD-Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann nahm die angespannte wirtschaftliche Situation der Papierindustrie im mittleren Murgtal zum Anlass, zusammen mit dem SPD-Landtagskandidaten, Bürgermeister Ernst Kopp aus Bietigheim, der kreiseigenen Papiermacherschule in Gernsbach einen Besuch abzustatten.

Die Papiermacherschule Gernsbach stellt eine schulische Besonderheit im Rahmen der beruflichen Schularten dar und ist in der Bundesrepublik nahezu einmalig. Unter den 538 Schülern und Schülerinnen, die derzeit die gewerbliche Berufsschule besuchen, kommen nur 34 aus dem Landkreis Rastatt, 102 aus anderen Kreisen des Landes und 402 von außerhalb von Baden-Württemberg. Darunter befinden sich 74 Auszubildende aus 13 verschiedenen Ländern, in der Hauptsache aus der Schweiz und der Türkei, aber auch aus Sri Lanka und der Elfenbeinküste.

„Alle Schüler sind mit einem Ausbildungsvertrag ausgestattet und wollen in Gernsbach zu Fachkräften der Papier- und Zellstoffindustrie sowie der Wellpappenindustrie ausgebildet werden, um später, nach Abschluss der Fachschule, mit der Prüfung zum Industriemeister der Fachrichtungen Papiererzeugung bzw. Papierverarbeitung in ihre Heimat zurückkehren zu können“, so Schulleiter, Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner, beim Gespräch.

Gunter Kaufmann, schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion für die beruflichen Schulen im Landtag und Bürgermeister Ernst Kopp, beide auch Mitglieder des Schulträgers, dem Landkreis Rastatt, zeigten sich höchst erfreut über die vom Schulleiter aufgezeigten internationalen Beziehungen. So besteht seit etwa drei Jahren ein Kooperationsvertrag mit einer der größten papierverarbeitenden Industrie in Großbritannien (UPM). Das englische Unternehmen schickt Lehrlinge nach Deutschland an die Papiermacherschule in Gernsbach. In einem Zeitraum von drei Jahren werden sieben bis acht englische Auszubildende rund 21 Wochen in Gernsbach verbringen, wo sie in englischer Sprache unterrichtet werden und auch die Prüfung gemäß den deutschen Lehrplänen in Englisch ablegen können.

„Ihre Zeugnisse erhalten sie von der zuständigen deutschen Kammer. Damit ist sozusagen die duale Lehrlingsausbildung auch in England eingeführt“, erklärte der Schulleiter. In diesem Jahr werden die ersten Schüler ihre Ausbildung abschließen und die Kammerprüfung machen.

Weitere Kontakte mit gleichgearteten anderen Unternehmen sind im Gespräch. Die Schulleitung möchte hierfür zusätzliche 15 bis 16 Lehrerstunden beim Kultusministerium beantragen, wobei das englische Partnerunternehmen signalisiert hat, die Gelder dafür zur Verfügung zu stellen. Die Maßnahme ist zielgerichtet vorerst bis zum Jahr 2016 vorgesehen. Beide Politiker werden als Kreistagsmitglieder dieses interessante schulische Angebot – Export des deutschen dualen Systems nach England - mit Interesse weiter verfolgen und sagten Ihre Unterstützung bei der Forderung nach zusätzlichen Lehrerstunden bei der Landesregierung zu.

Ein Rundgang durch die moderne schulische Einrichtung, die etliche energetische Neuerungen im Rahmen des Konjunkturprogramms des Bundes umgesetzt hat, beendete den Schulbesuch.

Homepage Gunter Kaufmann

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