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4500 Stellen gefordert, 700 bekommen: Ist das oberste Priorität für die Bildung?

Veröffentlicht am 07.09.2022 in Pressemitteilungen

Stefan Fulst-Blei: „Frau Schoppers schlechter Witz: Statt 4500 Stellen in der Bildung nur 700“
Katrin Steinhülb-Joos: „Die Bemühungen der Landesregierung kann man nur unzureichend nennen“

Mit Verständnis reagiert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Stefan Fulst-Blei, auf die in der heutigen Pressekonferenz gestellten Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW: „Und täglich grüßt das Murmeltier. Ein neues Schuljahr beginnt, und schon jetzt ist klar, dass aufgrund des Lehrkräftemangels schulartübergreifend ein massiver Unterrichtsausfall droht. Jetzt rächt sich, dass die Landesregierung nicht schon in den vergangenen Jahren mehr Stellen geschaffen und die Krankheitsvertretungsreserve den Anforderungen entsprechend ausgebaut hat – so wie wir es immer wieder gefordert haben. Wenn schon zum Schulstart zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben und die Krankheitsvertretungsreserve aufgebraucht ist, zeigt das die Not an den Schulen. Leidtragende sind nicht nur die Lehrkräfte selbst, die auch dieses Jahr wieder an ihrer Belastungsgrenze und darüber hinaus in Anspruch genommen werden, sondern auch die Schülerinnen und Schüler, die immer noch mit Lernrückständen in Folge der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Die grün-schwarze Landesregierung muss die Alarmsignale aus den Schulen endlich ernst nehmen, denn die Herausforderungen für das kommende Schuljahr sind enorm.“

Mit Blick auf die kommenden Haushaltsverhandlungen sieht Fulst-Blei im Bereich Bildung großen Handlungsbedarf: „Wenn die Kultusministerin rund 4500 Stellen anmeldet und dann gerade mal 700 bekommt, ist das ein schlechter Witz von Frau Schopper, und das zum wiederholten Male. Nachdem die Kultusministerin bereits in den vergangenen Haushaltsverhandlungen bei der Regierung und ihrer Fraktion abgeblitzt ist, sind die jetzt versprochenen Stellen zwar ein richtiges Schrittchen, aber eben nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und längst überfällig. Um unsere Schulen für die Zukunft krisenfest zu machen muss auch das notwendige Geld in die Hand genommen werden. Als es hieß, Bildung habe oberste Priorität im Landeshaushalt, hatten wir uns wirklich viel mehr erhofft.“

Katrin Steinhülb-Joos, schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, fordert endlich konkrete Konzepte von der grün-schwarzen Landesregierung: „Vor allem an den Grundschulen und den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ist die Lage dramatisch. Aber gerade unsere Jüngsten und diejenigen mit großem Förderbedarf dürfen wir nicht im Stich lassen. Erfolgreiche Inklusion ist kein ‚Nice to have‘, sondern ein Grundrecht. Das muss auch die Landesregierung endlich begreifen. Gerade deshalb ist der konsequente Ausbau der Studienplätze im Lehramt dringend notwendig. Bisher kann man die Bemühungen der Landesregierung aber nur unzureichend nennen.“

Steinhülb-Joos: „Wir brauchen endlich mehr Lehrkräfte an unseren Schulen, Unterstützung durch multiprofessionelle Teams, den Ausbau der Schulpsychologie und Krankheitsvertretungsreserve sowie die Weiterbeschäftigung von befristet angestellten Lehrkräften über die Sommerferien. Unseren Antrag dazu hat die Landesregierung vor der Sommerpause einmal mehr abgelehnt. Aber es bleibt dabei: Unser Land braucht dringend mehr Lehrerinnen und Lehrer, und neue Fachkräfte muss man mit angemessener Wertschätzung und attraktiven Arbeitsbedingungen von einem Job in der Schule überzeugen. Mit leeren Ankündigungen und fehlendem Handlungswillen wird das nichts!“

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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