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Der Turbokapitalismus ist tot

Veröffentlicht am 23.02.2009 in Politik

Frank-Walter Steinmeier fordert für die Ära nach der Krise eine grundlegend neue Ordnung insbesondere für die internationalen Finanzmärkte. Jetzt bestehe "nicht nur die Gelegenheit, sondern die Pflicht zu handeln". Das hätten die Konservativen noch nicht verstanden.

"Der Turbokapitalismus der vergangenen Jahre ist tot, unwiederbringlich", sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Financial Times Deutschland (Montagsausgabe). Jetzt gehe es darum, für die Zukunft eine neue Ordnung zu schaffen. Die Bedingungen betrachtet Steinmeier als günstig, denn auch in den USA und in Großbritannien sitze der Schock tief. "In dieser Situation besteht nicht nur die Gelegenheit, sondern die Pflicht zu handeln", macht der Vizekanzler Druck.

Dabei geht es ihm unter anderem um eine Abkehr von kurzfristigem Renditestreben, das wesentlich zur Krise beigetragen hat. Die Finanzbranche habe der Realwirtschaft zu dienen, nicht umgekehrt. So lasse sich auch das Vertrauen der Menschen in geregeltes Wirtschaftssystem wiederherzustellen. Vieles, so Steinmeier, müsse auf nationaler Ebene geregelt werden. Zu koordinieren sei dies aber gemeinsam mit den internationalen Partnern.

Der Union warf der SPD-Kanzlerkandidat vor, die Dimension der Krise zu verkennen: "Die Konservativen sagen, wir müssen diese Krise überwinden, und alles wird wie früher. Ich sage: Nichts wird wie früher."

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