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MdL Gunter Kaufmann (SPD): "Muttersprachlichen Unterricht schulisch integrieren"

Veröffentlicht am 08.02.2007 in Pressemitteilungen
Pressemitteilung vom 08. Februar 2007

Forderung des Rastatter SPD-Landtagsabgeordneten nach Aufwertung des muttersprachlichen Unterrichts zu richtigem Fremdsprachenangebot und Öffnung auch für deutsche Schülerinnen und Schüler / Forum mit Vertretern der Generalkonsulate in der SPD-Fraktion

Der bislang in der alleinigen Verantwortung der diplomatischen Vertretungen der jeweiligen Herkunftsstaaten durchgeführte muttersprachliche Zusatzunterricht an den baden-württembergischen Schulen soll nach dem Willen der SPD-Landtagsfraktion schulisch integriert werden. Diese Forderung stieß am Mittwochabend (07. Februar 2007) auf einem Forum in der SPD-Fraktion bei Vertretern der Generalkonsulate von europäischen Staaten auf breite Zustimmung.

„Der muttersprachliche Unterricht muss zu einem richtigen Fremdsprachenangebot aufgewertet und auch für deutsche Schülerinnen und Schüler geöffnet werden“, sagte der Rastatter SPD-Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte.

Anlass des Forums war die Weigerung der Stadt Rastatt und der dortigen Gemeinderatsmehrheit, für den muttersprachlichen Zusatzunterricht Schulräume in der Barockstadt zur Verfügung zu stellen. Einhellig brachten die anwesenden Vertreter der Generalkonsulate von Griechenland, Italien, Kroatien, Serbien und der Türkei erneut ihren Unmut über diese Entscheidung zum Ausdruck.

Insgesamt nehmen im Land ca. 54 000 Schülerinnen und Schüler aus 12 Ländern am muttersprachlichen Zusatzunterricht teil. Das Land fördert den muttersprachlichen Zusatzunterricht infolge einer EU-Richtlinie seit den 1970er Jahren durch Zuschüsse an die Konsulate. Diese lagen in den letzten Jahren bei jährlich ca. 1,5 Millionen Euro.

Um diesen Unterricht zum wirklichen Fremdsprachen-Unterricht aufzuwerten, schlägt Kaufmann vor, die Lehrinhalte stärker in den Regelunterricht zu integrieren und mit einem klaren Curriculum unter staatliche Aufsicht zu stellen. Gerade durch den Boom bei den Ganztagsschulen ergäben sich mit Fremdsprachen-Arbeitsgemeinschaften und nachmittäglichem Regelunterricht ganz neue Möglichkeiten für das Erlernen mehrerer Sprachen, so Gunter Kaufmann, der auch Vorsitzender der Rastatter SPD-Gemeinderatsfraktion ist.

Sonia Michilli vom italienischen Generalkonsulat in Stuttgart berichtete, dass ein solcher Weg an einigen Ganztagesschulen mit Italienisch bereits beschritten werde. Auch in Rastatt habe man versucht, dem Oberbürgermeister die Idee einer Italienisch-AG nahezubringen, ohne dass dieser allerdings darauf eingegangen wäre.

Die Generalkonsulate, aber auch die anwesenden ausländischen Mitbürger verwiesen auf dem SPD-Forum auf die enge Verbindung zwischen Beherrschung von Muttersprache und Deutschkenntnissen sowie guten Schulnoten im Allgemeinen. Die Vertreter der Generalkonsulate äußerten zudem den Wunsch, den muttersprachlichen Unterricht zu zertifizieren und mehr Lehrer mit Migrationshintergrund einzustellen.

Zugleich mahnten sie - wie auch Gunter Kaufmann - eine bessere finanzielle Ausstattung des Landeszuschusses zum muttersprachlichen Zusatzunterricht an. Rechne man die 1,5 Millionen Euro auf die ca. 54 000 Schülerinnen und Schüler um, so kämen nicht einmal 30 Euro pro Jahr auf einen Schüler. Italien beispielsweise, so Sonia Michilli, bekomme vom Land für seine 7 600 Schüler vom Kultusministerium einen Zuschuss von 242 000 Euro, während der italienische Staat für diesen Unterricht noch einmal 4,65 Millionen Euro pro Jahr zuschießen müsse.

Homepage Gunter Kaufmann

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