Zufallsfoto

Von der Tragik der SPD

Veröffentlicht am 07.05.2019 in Presseecho

Zu einer szenischen Lesung hatten die Mannheimer Literaturinitiative LeseZeichen! und der Verein Stadtbild zusammen mit dem Marchivum eingeladen. Die literarisch musikalische Zeitreise mit Peter Reichel und Erich Schaffner im Lesesaal des Marchivums erinnerte an Reichskanzler Hermann Müller, der 1876 in Mannheim geboren wurde und der beim Mannheimer Reichsparteitag der SPD im Rosengarten zum hauptamtlichen Parteisekretär gewählt wurde, als Grundstein für seine weitere Karriere.

„Heute erinnern sich viele Mannheimer Bürger nur noch durch den Namen einer Straße an ihn“, bedauerte Helen Heberer, Vorsitzende des Vereins Stadtbild und mit Raimund Gründler Veranstalter der Literaturreihe LeseZeichen! Sie dankte dem Leiter des Stadtarchivs, Ulrich Nieß, der den Raum zur Verfügung stellte, für die gut besuchte Veranstaltung mit zwei hochkarätigen Protagonisten.

Peter Reichel stellte gemeinsam mit dem Schauspieler und Sänger Erich Schaffner sein Buch „Der tragische Kanzler: Hermann Müller und die SPD in der Weimarer Republik“ vor. Dabei ließ er nicht nur die Person Hermann Müller und die Epoche, anlässlich 100 Jahre Weimarer Republik, lebendig werden, sondern er zog auch Parallelen zu den aktuellen Diskussionen im Parteivorstand der heutigen SPD über die ungeliebte „Große Koalition“.

Zwischen Partei und Republik


Wer war Hermann Müller? Und warum war er – wie Peter Reichel schreibt – ein tragischer Kanzler? Der SPD-Politiker spielte in der Weimarer Republik eine zentrale Rolle, als Reichstagsabgeordneter, Fraktionsführer, Parteivorsitzender, Außenminister und Kanzler. Doch am Ende scheiterte er nicht nur an den Problemen durch die Weltwirtschaftskrise und dem Gegensatz zum Koalitionspartner DVP, sondern auch an Teilen der eigenen Partei, die nicht zu Kompromissen bereit waren.

Am 27. März 1930 zerbrach die Große Koalition von SPD, DVP, DDP und Zentrum. Der letzte demokratisch gewählte Reichskanzler Hermann Müller trat zurück. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Schon damals war die SPD zerrissen, so Reichel. Hermann Müller, der sich nicht entscheiden konnte: zwischen der Notwendigkeit, die Partei zusammen zu halten, oder die Republik zu unterstützen – auch durch ungeliebte Koalitionen. „Dass er die Parteiräson über die der Republik stellt und damit zu ihrer Destabilisierung beiträgt, das wird man ihm wohl vorwerfen können“, sagte Reichel. Er gab der SPD eine Mitschuld am Scheitern der Weimarer Republik.

Peter Reichel, der bis 2007 an der Universität Hamburg die Historischen Grundlagen der Politik lehrte, hat keine Biografie seines Protagonisten geschrieben, sondern nur seine Zeit als Berufspolitiker geschildert. Man musste als Zuhörer schon über vieles in dieser Epoche gut Bescheid wissen, um Reichels Darlegungen folgen zu können.

Zur Auflockerung zwischendurch las und sang Erich Schaffner, vielen bekannt aus der Fernseh-Krimiserie um Kommissarin Hannelore Elsner, Texte und Lieder von Tucholski bis Brecht. ost

© Mannheimer Morgen, Freitag, 03.05.2019

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de