Zufallsfoto

Sondersitzung des Rechtsausschusses / Weirauch: "Gentges' Klage ist ein Frontalangriff auf die Justiz"

Veröffentlicht am 01.07.2022 in Landespolitik
Boris Weirauch im Landtag bei Plenarrede 2022
Bild: SPD-Landtagsfraktion

Die SPD im Landtag von Baden-Württemberg hat mit Unterstützung der FDP eine Sondersitzung des Rechtsausschusses zur Klage der Justizministerin gegen den Präsidialrat anberaumen lassen. SPD-Rechtsexperte Dr. Boris Weirauch sieht das Verhalten der Justizministerin im Streit um die Besetzung des OLG-Präsidentenamts als höchst kritisch: „Dass die Justizministerin die Richterschaft verklagt, weil ihr dessen Personalentscheidung bei der Besetzung des OLG-Präsidentenamtes nicht passt, ist in der Geschichte unseres Landes ein einmaliger Vorgang. Zumal die baden-württembergische Verfassungstradition bei der Besetzung von Richterbänken der Richterschaft weitgehende Autonomie einräumt.“

Bei der Besetzung des derzeit vakanten Vorsitzes am Oberlandesgericht Stuttgart gibt es einen Konflikt zwischen dem Ministerium und dem Präsidialrat. Der Präsidialrat hatte den Personalvorschlag der Ministerin abgelehnt; für diesen Fall der Nichteinigung bei einer Stellenbesetzung ist vorgesehen, dass die Entscheidung dann in einem Richterwahlausschuss getroffen wird. Stattdessen hat Justizministerin Gentges nun aber Klage gegen den Präsidialrat eingereicht.
 
„Die Ministerin muss gegenüber dem Landtag hierzu Rede und Antwort stehen", erklärt Weirauch die Einberufung der Sondersitzung. "Zumal durch ihr Vorgehen die für diesen Fall gesetzlich vorgesehene Einberufung des Richterwahlausschusses ausgehebelt wird“, so der SPD-Rechtsexperte.
 
Weirauch sieht auch Kretschmanns Unterstützung für Gentges in der Frage kritisch und hinterfragt das Verhältnis der Landesregierung zur Gewaltenteilung: „Der Ministerpräsident verkündet gerne, dass Regieren eine Stilfrage sei. Die eigene Richterschaft zu verklagen, ist definitiv kein guter Stil! Zum wiederholten Mal offenbart die Landesregierung darüber hinaus ein problematisches Verhältnis zur Gewaltenteilung. Erinnert sei dabei nur an Kretschmanns unsägliche Gerichtsschelte zur Hochphase der Pandemie oder Innenminister Strobls Behinderung der Justiz.“
 
Auch wenn es der Justizministerin vordergründig um die Klärung einer Rechtsfrage geht, unterschätzt sie aus Sicht von Weirauch die politische Dimension dieser Klage: „Die Klage von Ministerin Gentges ist ein Frontalangriff auf die Justiz. Dass sie die Richterschaft verklagt, weil ihr dessen Personalentscheidung bei der Besetzung des OLG-Präsidentenamtes nicht passt, ist in der Geschichte unseres Landes ein einmaliger Vorgang. Zumal die baden-württembergische Verfassungstradition bei der Besetzung von Richterbänken der Richterschaft weitgehende Mitwirkungsrechte einräumt.“
 
Mit Blick auf die baden-württembergische Justiz resümiert Weirauch: „Egal wie das Verfahren ausgeht: Zwischen der Regierung und der Justiz des Landes ist ein tiefer Graben entstanden. Dieser wird so schnell nicht wieder zugeschüttet werden können. Das ist der eigentliche Schaden für unseren demokratischen Rechtsstaat."

Die SPD im Landtag von Baden-Württemberg hat mit Unterstützung der FDP eine Sondersitzung des Rechtsausschusses zur Klage der Justizministerin gegen den Präsidialrat anberaumen lassen. SPD-Rechtsexperte Dr. Boris Weirauch sieht das Verhalten der Justizministerin im Streit um die Besetzung des OLG-Präsidentenamts als höchst kritisch: „Dass die Justizministerin die Richterschaft verklagt, weil ihr dessen Personalentscheidung bei der Besetzung des OLG-Präsidentenamtes nicht passt, ist in der Geschichte unseres Landes ein einmaliger Vorgang. Zumal die baden-württembergische Verfassungstradition bei der Besetzung von Richterbänken der Richterschaft weitgehende Autonomie einräumt.“
 
Bei der Besetzung des derzeit vakanten Vorsitzes am Oberlandesgericht Stuttgart gibt es einen Konflikt zwischen dem Ministerium und dem Präsidialrat. Der Präsidialrat hatte den Personalvorschlag der Ministerin abgelehnt; für diesen Fall der Nichteinigung bei einer Stellenbesetzung ist vorgesehen, dass die Entscheidung dann in einem Richterwahlausschuss getroffen wird. Stattdessen hat Justizministerin Gentges nun aber Klage gegen den Präsidialrat eingereicht.
 
„Die Ministerin muss gegenüber dem Landtag hierzu Rede und Antwort stehen", erklärt Weirauch die Einberufung der Sondersitzung. "Zumal durch ihr Vorgehen die für diesen Fall gesetzlich vorgesehene Einberufung des Richterwahlausschusses ausgehebelt wird“, so der SPD-Rechtsexperte.
 
Weirauch sieht auch Kretschmanns Unterstützung für Gentges in der Frage kritisch und hinterfragt das Verhältnis der Landesregierung zur Gewaltenteilung: „Der Ministerpräsident verkündet gerne, dass Regieren eine Stilfrage sei. Die eigene Richterschaft zu verklagen, ist definitiv kein guter Stil! Zum wiederholten Mal offenbart die Landesregierung darüber hinaus ein problematisches Verhältnis zur Gewaltenteilung. Erinnert sei dabei nur an Kretschmanns unsägliche Gerichtsschelte zur Hochphase der Pandemie oder Innenminister Strobls Behinderung der Justiz.“
 
Auch wenn es der Justizministerin vordergründig um die Klärung einer Rechtsfrage geht, unterschätzt sie aus Sicht von Weirauch die politische Dimension dieser Klage: „Die Klage von Ministerin Gentges ist ein Frontalangriff auf die Justiz. Dass sie die Richterschaft verklagt, weil ihr dessen Personalentscheidung bei der Besetzung des OLG-Präsidentenamtes nicht passt, ist in der Geschichte unseres Landes ein einmaliger Vorgang. Zumal die baden-württembergische Verfassungstradition bei der Besetzung von Richterbänken der Richterschaft weitgehende Mitwirkungsrechte einräumt.“
 
Mit Blick auf die baden-württembergische Justiz resümiert Weirauch: „Egal wie das Verfahren ausgeht: Zwischen der Regierung und der Justiz des Landes ist ein tiefer Graben entstanden. Dieser wird so schnell nicht wieder zugeschüttet werden können. Das ist der eigentliche Schaden für unseren demokratischen Rechtsstaat."

Homepage Dr. Boris Weirauch: Ihre starke Stimme im Landtag von Baden-Württemberg

Termine Gengenbach

05.07.2026, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
öffentlich
Fairtrade Gengenbach: Ernteschätzspaziergang auf den Streuobstwiesen
Gengenbach „Römerbad“ am Ziegelwaldsee

Alle Termine

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de