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Podiumsdiskussion auf Einladung von Landtagsvizepräsident Born zeigt Herausforderungen und Chancen der Kinderrechte

Veröffentlicht am 14.02.2024 in Veranstaltungen

Oftersheim. Blickt man in die Welt, so steht Deutschland, was die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention angeht, vergleichsweise gut dar. „Aber es ist gefährlich, sich darauf auszuruhen, denn auch hierzulande besteht Handlungsbedarf,“ warnte Klaas Uphoff, Leiter der UNICEF-Gruppe Heidelberg bei der Podiumsdiskussion, zu der Landtagsvizepräsident Born und der SPD-Ortsverein nach Oftersheim eingeladen hatten. Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden, existieren auch hierzulande weiterhin erhebliche Baustellen. Der Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung, gute Bildung unabhängig vom Elternhaus und die Bekämpfung der Kinderarmut standen für Borns Podiumsgäste auf der Liste der Forderungen ganz oben.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert, die selbst als neunjähriges Mädchen im Bosnienkrieg schwer verletzt wurde und damit eine eklatante Kinderrechtsverletzung verarbeiten musste, hob hervor, wie wichtig ihr die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ist: „Damit setzen wir ein starkes Zeichen dafür, dass die Rechte von Kindern einen unverhandelbaren Wert in unserer Gesellschaft haben,“ wirbt Hostert, die dem Familienausschuss angehört, für diesen Schritt.

Dafür, dass die UN-Konvention über die Rechte der Kinder auch in Deutschland nicht vollständig umgesetzt ist, fand auch Birgit Schreiber von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen klare Worte: „Trotz der Festschreibung, dass das Wohl von Kindern bei Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen ist, werden Kinder zu wenig als politische Interessengruppe wahrgenommen.“ Dass Kinderinteressen institutionell nicht ausreichend beachtet werden, zeige sich unter anderem in einer wenig kindgerechten Stadtplanung – von ungeeigneten Radwegen bis zum Mangel an Freiräumen, die Kinder sich aneignen können.

Volker Schuld freute sich als langjähriger Leiter des Kinderschutzzentrums in Heidelberg, der „von Montag bis Freitag die Nicht-Wahrung der Kinderrechte bearbeitet“, über Borns Einladung: „Von einer Veranstaltung wie dieser geht die klare Botschaft aus: Politik schaut auf die Kinder und das ist gut so.“ Er plädierte dafür, Kinder nicht nur zu fragen. „Kinder ernst zu nehmen, bedeutet auch: wirklich anzuhören, was sie wollen.“

Dass Worte ohne Konsequenzen keine Beteiligung sind, ist auch für Gastgeber Born der entscheidende Aspekt, Partizipationsrechte einzulösen: „Für eine gute Zukunft der nächsten Generation brauchen wir mehr Anstrengungen und Investitionen in die Verwirklichung ihrer Rechte. Wir alle sind als ihre Anwälte gefragt: Damit Kinderworte wirken können, müssen sie auf Erwachsene treffen, die zuhören und in ihrem Sinne tätig werden.“

Damit spricht der SPD-Bildungsexperte Tanja Tischmeyer aus dem Herzen, die den inklusiven Kindergarten in Hockenheim leitet. Einrichtungen der frühen Bildung wie ihr Kindergarten sind die Kinderstuben der Demokratie: „Partizipation ist eine Haltung – kein Programm,“ stellte Tischmeyer klar.

Einig waren sich alle Experten darüber, dass die Perspektive der Kinder und Jugendlichen viel stärker in politische Entscheidungen einbezogen werden müsse. „Kinder und Jugendliche müssen aktiv in diese Prozesse einbezogen werden. Das ist eine Zukunftsinvestition, die auch unsere Demokratie stärkt,“ sah sich der Schwetzinger Abgeordnete aus der Expertenrunde bestätigt.

Homepage Daniel Born

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