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Daniel Born besucht Ausstellung „Gegen das Vergessen“ an der Kurt-Waibel-Schule

Veröffentlicht am 16.05.2023 in Wahlkreis

Schwetzingen. Die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ mit Werken von Luigi Toscano war vom 4. bis zum 19. Mai im Schulhof der Kurt-Waibel-Schule zu sehen. Anhand der zwanzig großflächigen Porträts von Holocaust-Überlebenden des Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano aus Mannheim haben sich die Schüler und Schülerinnen des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums mit den Themen Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus auseinandergesetzt: Die Identifikation mit den schmerzlichen Erfahrungen der Portraitierten war dabei für die Schüler*innen ein sehr emotionaler Prozess. Um ihr erworbenes Wissen zu teilen und auch andere an ihrem Reflexionsprozess teilhaben zu lassen, haben sie auch Führungen durch die Ausstellung angeboten. Landtagsvizepräsident Daniel born hat an einer dieser Führungen teilgenommen und zeigte sich sowohl von den Werken Toscanos als auch von der Aufbereitung durch die Schüler und Schülerinnen tief beeindruckt. „Die Fotografien ermöglichen eine ganz direkte Begegnung mit den Menschen und ihren Biografien. In den bewegenden Vorträgen, die die Jugendlichen gehalten haben, begegnen wir eben nicht nur Opfern des unfassbaren Unrechts durch die Nationalsozialisten. Wir begegnen Mitmenschen, die überlebt haben, die stark waren, die einander unterstützt und manchmal sogar gerettet haben“, so Born.

Da ist zum Beispiel Anna Arbeiter, geboren 1925 in Łódz in Polen. Sie musste nach der deutschen Invasion mit der Familie im Ghetto Łódź leben. Später arbeitete sie im Arbeitslager Starachowice in der Küche und rettete ihren zukünftigen Ehemann mit Essensresten das Leben. Sie war im KZ Auschwitz und wurde schließlich aus Bergen-Belsen befreit. Oder Éva Pusztai-Fahidi aus Ungern, die 45 Jahre über ihre schlimmen Erfahrungen schwieg: Durch die Begegnung mit Toscano erfahren die Schüler*innen von ihrer Botschaft, die ihr half, nach dem Krieg ein gutes Leben zu führen: Mein Leben soll nicht durch Hass beschmutzt werden.

Seit mehr als sechs Jahren fotografiert Toscano Zeitzeugen, für die es ein Leben nach der NS-Verfolgung gab und seine ausdrucksstarken Bilder sind schon an vielen Orten auf der Welt gezeigt worden. Er ist als erster Fotograf 2021 von der UNESCO zum „Artist for peace“ ernannt worden. Schon von Beginn des Projektes an gab es die Idee, die Ausstellung an Schulen zu zeigen und damit junge Menschen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den leidvollen Biografien der Holocaust-Überlebenden einzuladen. „Toscanos Werke ermöglichen einen Zugang zu den Schicksalen dieser Menschen, deren Bedeutung für eine Generation immer größer wird, die die Erinnerung bald ohne Zeitzeugen lebendig halten muss“, lobt der Schwetzinger Landtagsabgeordnete die Initiative von Schulleiterin Elke Rohr und ihrem Kollegium.

Rohr betont, wie wertvoll und bereichernd die Zusammenarbeit mit Luigi Toscano gewesen sei. „Er hat für die Jugendlichen einen Zugang geschaffen, der echtes Verstehen ermöglicht. Und er hat ihnen eine weitere wichtige Erfahrung vermittelt, die aus seiner eigenen beeindruckenden Biografie rührt: Wenn ihr eine gute Idee habt, dann verfolgt sie, lasst nicht locker. So hat er dieses Zeitzeugenvermächtnis zusammengetragen.“

Für Daniel Born weist die Ausstellung auch über das Erinnern hinaus: „Gedenken und Erinnerungskultur sind ganz wesentliche Elemente in und für unsere heutige Demokratie. Denn die Erinnerung und das Gedenken an Gräuel und Deportationen, an Unrecht und Unfreiheit, an Gewaltherrschaft und menschenverachtende Diktatur unterstreichen das Privileg, das wir heute haben: Wir dürfen seit über 70 Jahren in einem freien Land, in einer Demokratie und einem Rechtsstaat leben. Diese Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit bei uns mögen nicht perfekt sein. Aber sie sind stark und sie orientieren sich an dem Grundsatz, der aus gutem Grund und zum Glück der erste Satz unseres Grundgesetzes geworden ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Homepage Daniel Born

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