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Born fordert belastbares Gesundheitsnetz für die Region: „Es folgt die Krise nach der Krise: Fachkräfte fehlen“

Veröffentlicht am 25.05.2021 in Landespolitik

Der Schwetzinger Landtagsabgeordnete Daniel Born machte sich bei einem Vor-Ort-Termin beim Schmerzzentrum in Hockenheim für eine Einladungskultur für Fachkräfte aus dem Ausland stark. „Wenn die Menschen ihren Job gut machen, kommt die bessere Sprache im Laufe der Arbeit ja automatisch“, so Born.

Hockenheim. Wahlkreisabgeordneter Daniel Born besuchte das Schmerzzentrum in Hockenheim, um sich über den Fachkräftemangel bei Physiotherapeuten zu informieren. „Das ist das zweite Jahr unter Pandemiebedingungen und im Schmerzzentrum wird wertvolle Arbeit am Patienten geleistet. Es folgt bald die Krise nach der Krise: Fachkräfte fehlen“, so der Schwetzinger Politiker zu Beginn des Besuchs. „Wir brauchen in unserer Region ein stabiles medizinisches, pflegerisches und therapeutisches Versorgungsnetz. Da spielt das Schmerzzentrum eine ganz entscheidende Rolle“, so der SPD-Politiker, der den Wahlkreis seit 2016 im Stuttgarter Landtag vertritt.

Praxischef Jos Gielen hat mit seinen drei Universitätsabschlüssen, unter anderem in Belgien und Australien, sein ganzes Leben der Behandlung seiner Patienten gewidmet. In seinen Räumen werden, auch in Zusammenarbeit mit der Schmerzambulanz Mannheim, besonders Patienten mit chronischen Schmerzen und langjähriger Schmerzbiografie behandelt.

In der Praxis im Hockenheimer Talhaus arbeitet ein internationales Team aus 12 Angestellten, darunter Empfangsdamen, Reinigungskräfte und Physiotherapeuten. Deren Existenz ist aktuell gefährdet, weil es an Therapeuten mangelt und die Betriebskosten während der Pandemie immens gestiegen seien. „Das ist finanziell ein Kraftakt und ohne Physiotherapeuten ist die Versorgung der Patienten gefährdet. Das ist so dramatisch, weil wir für viele Patienten die Letzte-Hoffnungs-Praxis sind“, so Gielen.

Es werde versucht, deutsche Fachkräfte direkt an den Universitäten anzuwerben, viele Praktikanten bekommen im Schmerzzentrum die direkte Zusage für eine Stelle nach dem Abschluss. Leider würden sich aber viele Physiotherapeuten nach wenigen Jahren für einen anderen Weg entscheiden, da die Bezahlung oft nicht für den Lebensunterhalt reiche. „Das Problem ist das System. Für jede zusätzliche Behandlung benötigt es eine gesonderte Fortbildung – und die kostet Geld“, so Jos Gielen. Im Fitnessbereich scheine es einigen Therapeuten daher lukrativer, aber die Gesundheitsversorgung leide darunter massiv. Deshalb wirbt das Schmerzzentrum gezielt auch Fachkräfte aus dem Ausland an. Laut Gielen seien besonders Spanier nach einer fünfjährigen Universitätsausbildung bereit, direkt am Patienten zu arbeiten.

Für die Arbeit in Deutschland sei unter anderem ein sehr hohes Sprachniveau (B2) vorgeschrieben, welches die meisten Zuwanderer aber nicht vorweisen könnten. „Wenn nach der Pandemie alle Bereiche wieder anlaufen, aber die Fachkräfte fehlen, ist das die Krise nach der Krise. Über Probleme bei der Anerkennung der Abschlüsse und die Auflagen beim Referenzrahmen Sprache habe ich schon von vielen gehört und da muss dringend etwas geändert werden. Wenn die Menschen ihren Job gut machen, kommt die bessere Sprache im Laufe der Arbeit ja automatisch. Wir brauchen eine Einladungskultur für Fachkräfte aus dem Ausland“, sagte Born.

Der SPD-Politiker betonte, dass Physiotherapeuten nicht als billige Arbeitskräfte gesehen werden dürften: „Hier darf es nicht allein um Budgets gehen, das ist nicht nachhaltig gedacht. Die Therapeuten tragen enorm zur Erhaltung der Arbeitskraft vieler Menschen bei.“ Daniel Born und Jos Gielen waren sich einig, dass unnötige bürokratische Auflagen abgebaut werden müssen, um die medizinische Versorgung weiterhin gewährleisten zu können. Dafür wird sich Born im politischen Diskurs einsetzen.

Homepage Daniel Born

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