Zufallsfoto

Baden-Württemberg braucht einen vergabespezifischen Mindestlohn

Veröffentlicht am 16.12.2020 in Landespolitik

Die SPD-Landtagsfraktion drängt darauf, das Landestariftreue- und Mindestlohngesetz in Baden-Württemberg weiterzuentwickeln. SPD-Wirtschaftsexperte Dr. Boris Weirauch: „Nachdem Grün-Schwarz keinen Wert auf eine anständige Bezahlung bei öffentlichen Aufträgen zu legen scheint, legen wir einen Gesetzentwurf vor, der das Landestariftreue- und Mindestlohngesetz erheblich verbessert.“

SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch erklärt hierzu: „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass bei öffentlichen Aufträgen in Baden-Württemberg oftmals nicht mehr als der bundesweite Mindestlohn bezahlt wird. Wer in Stuttgart und Mannheim arbeitet, braucht mehr zum Leben als in Schwerin und Meuselwitz! Tagsüber die Stadthalle renovieren und abends nicht wissen, wie man die Miete für den nächsten Monat zusammenkratzen soll: Das sind schlicht unhaltbare Zustände. Ohne anständige Gehälter und Tariftreue kann es künftig keine öffentlichen Aufträge in Baden-Württemberg geben!“, so Stoch.

Stoch weiter: „Ein vergabespezifischer Mindestlohn in Höhe der Einstiegsstufe im TV-L ist dabei der wichtigste Punkt. Dazu kommen weitere Regelungen zur Tariftreue, die vielen Beschäftigten im Land zu Gute kämen. Und nicht nur das: Auch die Wirtschaft in Baden-Württemberg würde davon profitieren, wenn bei öffentlichen Aufträgen höhere Anforderungen an Auftragnehmer bestehen. Gegen die Billigkonkurrenz mit Dumpinglöhnen haben viele einheimische Betriebe oftmals keine Chance. Wenn aber die öffentliche Hand Tariftreue und Mindestlöhne einfordert, gleichen sich die Bedingungen an.“

„Die öffentliche Hand muss mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen auf anständige Löhne bestehen! Grün-Schwarz muss Farbe bekennen: Welchen Stellenwert haben gute Arbeitsbedingungen und ein fairer Wettbewerb für das Land?“, so Stoch.

Aus Sicht von Dr. Boris Weirauch ist die Einführung eines vergabespezifischen Mindestlohns zwingend, wenn die öffentliche Hand ihrer Verantwortung für Gehälter, von denen man in Baden-Württemberg leben kann, gerecht werden will: „Deshalb ist die Orientierung an der Einstiegsstufe des TV-L ein guter Ansatz. Findet unser Gesetzentwurf eine Mehrheit, wird die Lohnuntergrenze bei öffentlichen Aufträgen ab dem Jahr 2021 bei 12,77 Euro Stundenlohn* festgesetzt.“

Weirauch weiter: „Auch wenn die öffentliche Hand sich am Markt behaupten muss, kann Wettbewerb nicht auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden, die in Aufträgen für Staat und Kommunen arbeiten. Wenn es nach der SPD geht, soll es künftig auch möglich sein, auf Landesseite Regelungen zu treffen, dass sich auch nicht-tarifgebundene Unternehmen an Tarifverträgen orientieren müssen, wenn sie sich um öffentliche Aufträge bemühen. Es darf sich für Unternehmen nicht bezahlt machen, Tarifverträge nicht anzuwenden. Ebenso wenig kann es angehen, dass öffentliche Auftraggeber Aufträge neu ausschreiben und dabei Anreize geben, tarifliche Schlechterstellungen vorzunehmen. Zuletzt empfinden wir es als Selbstverständlichkeit, dass entsprechende Regelungen auch kontrolliert werden. Es reicht nicht, dass Auftragnehmer schlicht bestätigen, es laufe schon nach Recht und Gesetz ab. Da muss schon auch mal genau kontrolliert werden.“

Der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion wird in der heutigen Plenarsitzung erstmals beraten.

*Stundenlohn berechnet auf Basis eines Jahresbruttoeinkommens inkl. Jahressonderzahlung.

Homepage Dr. Boris Weirauch: Ihre starke Stimme im Landtag von Baden-Württemberg

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de